Geschichte: Uno beschließt Holocaust-Gedenktag - DER SPIEGEL
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Geschichte Uno beschließt Holocaust-Gedenktag

Die Uno hat den 27. Januar offiziell zum Holocaust-Gedenktag erklärt. Israels Außenminister Schalom begrüßte den Beschluss als "historische Entscheidung".
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New York - Der Beschluss der Uno-Vollversammlung werde dem Kampf gegen den Antisemitismus sowie der Verewigung des Holocaust dienen, sagte Silwan Schalom. Die Vollversammlung hatte gestern Abend (Ortszeit) eine Resolution angenommen, in der alle Mitgliedstaaten aufgerufen werden, an diesem Tag an den Judenmord zu erinnern. Die maßgeblich von Israel, den USA, Russland, Australien und Kanada auf den Weg gebrachte Resolution wird von fast 100 Staaten auf allen Kontinenten unterstützt. Allerdings sind darunter keine arabischen Länder aus dem Nahen Osten. Vertreter arabischer und muslimischer Staaten bedauerten, dass in der Resolution nicht auch andere große Verbrechen der Menschheit genannt werden.

Uno-Generalsekretär Kofi Annan Annan bezeichnete den Gedenktag als "eine wichtige Mahnung an die universelle Lektion des Holocaust". Bundesaußenminister Joschka Fischer begrüßte die Entscheidung der Uno-Vollversammlung. "Das Gedenken an den Holocaust bedeutet Erinnerung und Mahnung zugleich. Für uns Deutsche wird das Verbrechen des Holocaust immer das dunkelste Kapitel unserer Geschichte und Quelle besonderer Verantwortung sein. Wir können, dürfen und werden uns dieser Verantwortung niemals entziehen", sagte Fischer nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin.

Der Präsident der Vollversammlung, Jan Eliasson, sagte, die Erinnerung an den Schrecken des Holocaust müsse einhergehen mit dem ernsthaften Bestreben, neue Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verhindern. "Wir können nicht immer nur wieder sagen 'Nie Wieder'", mahnte der Schwede. Es müssten dem auch Taten folgen.

Der amerikanische Uno-Botschafter John Bolton griff in seiner Rede vor der Vollversammlung den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad an, ohne ihn namentlich zu nennen. In Anspielung auf dessen Äußerung, den "Schandfleck Israel" tilgen zu wollen, sagte Bolton: "Wenn der Präsident eines Mitgliedstaates in schamloser und hasserfüllter Weise zu einem zweiten Holocaust aufrufen kann, indem er sagt, dass Israel, das jüdische Heimatland, von der Karte getilgt werden muss, dann ist klar, dass nicht alle die Lektionen des Holocaust gelernt haben."

In Deutschland und anderen Ländern wird dieser Gedenktag heute schon begangen. Der Holocaust-Tag erinnert an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen am 27. Januar 1945. Auschwitz steht symbolhaft für den Völkermord und die Verfolgung von Millionen von Menschen durch die Nazis. Der Gedenktag war 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingerichtet worden.