Gezi-Jahrestag Erdogan verurteilt Aufruf zu Protesten
Istanbul - Ein Jahr nach den Unruhen im Istanbuler Gezi-Park haben Gegner der türkischen Regierung zu Protesten auf dem angrenzenden Taksim-Platz aufgerufen. Aber auch in anderen Städten werden Zusammenstöße befürchtet.
Bis zu 25.000 Polizisten und 50 Wasserwerfer sollen nach Medienangaben in Istanbul verhindern, dass Demonstranten auf den symbolträchtigen Platz im Herzen der Metropole vordringen. In Istanbul und in anderen Städten werden Zusammenstöße befürchtet.
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte den Aufruf zu Demonstrationen anlässlich des Jahrestags des Beginns der landesweiten Proteste. Erdogan sagte nach Angaben der Zeitung "Hürriyet", die türkische Jugend werde solche Aufrufe zur Rebellion ignorieren.
Die Demonstrationen im Gezi-Park waren am 31. Mai vergangenen Jahres in landesweite Proteste gegen die islamisch-konservative Regierung umgeschlagen. Sie kosteten mindestens sieben Menschen das Leben. Die Massendemonstrationen ebbten im Spätsommer ab. Immer wieder flammen aber seitdem Proteste auf, die die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas zerschlägt.