Europäische Union Gregor Gysi übernimmt Spitze der Europäischen Linken
Gregor Gysi
Foto: Michael Kappeler/ picture alliance / dpaLinken-Politiker Gregor Gysi führt künftig die Europäischen Linken an. Ein EU-Kongress linker Parteien in Berlin wählte ihn mit 67,6 Prozent an seine Spitze. Gysi trat als einziger Kandidat an. Der 68-Jährige tritt die Nachfolge des Franzosen Pierre Laurent an, der die Europäische Linke sechs Jahre lang geführt hatte.
In seinem neuen Amt will Gysi die politischen Kräfte gegen die soziale Spaltung in Europa bündeln. "Die Wahl zum Präsidenten der Partei der Europäischen Linken fordert mich heraus", erklärte er. "Ich will dieser Herausforderung so gut ich kann begegnen."
Linken-Parteivorsitzende Katja Kipping gratulierte Gysi zur Wahl auf Twitter:
Ein guter Tag für #Europa, ein guter Tag für @dieLinke - Gregor Gysi wird zum Präsident der @europeanleft gewählt! 👏👏👏 #changeeurope pic.twitter.com/aD7zOFL5Pn
— Katja Kipping (@katjakipping) December 17, 2016
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Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte Gysi volle Unterstützung zu. Er sei "eine sehr wichtige Figur für die europäischen Linken", der neue Dynamik mitbringen werde, sagte Tsipras in seiner Rede vor dem Kongress.
Vor seiner Wahl sprach sich Gysi gegenüber der "Frankfurter Rundschau" für einen "Neustart der EU" aus, da sich sonst die Bevölkerungen von ihr und der europäischen Idee immer stärker abwenden würden. Dann gehe die EU kaputt, und die Rechtspopulisten würden obsiegen.
Gregor Gysi war jahrelang Schlüsselfigur der Linken in Deutschland. Nach dem Mauerfall im Dezember 1989 übernahm der Rechtsanwalt aus Ost-Berlin noch den Vorsitz der DDR-Einheitspartei SED. Bis 2015 führte der 68-Jährige die Linken im Bundestag an, zehn Jahre lang war er ihr Fraktionsvorsitzender. Seine Nachfolge übernahmen Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht.
Bei der Bundestagswahl 2017 will Gysi nach "reiflicher Überlegung" noch einmal kandidieren. Im Bund tritt Gysi dafür ein, ein rot-rot-grünes Regierungsbündnis vorzubereiten, sodass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) abgelöst werden kann.