Grenzkonflikt: Serben errichten neue Straßenblockaden im Kosovo - DER SPIEGEL
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Grenzkonflikt Serben errichten neue Straßenblockaden im Kosovo

Der Grenzstreit zwischen dem Kosovo und Serbien verschärft sich: Die serbische Minderheit hat den Verkehr in mehreren Städten mit Barrikaden lahmgelegt. Sie will verhindern, dass die Kosovo-Regierung zwei umstrittene Grenzübergänge übernimmt.
Deutsche Soldaten der Kfor-Truppe (Archivbild) - Blockade zwang sie zur Basis umzukehren
Deutsche Soldaten der Kfor-Truppe (Archivbild) - Blockade zwang sie zur Basis umzukehren

Deutsche Soldaten der Kfor-Truppe (Archivbild) - Blockade zwang sie zur Basis umzukehren

Foto: HAZIR REKA/ REUTERS
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Pristina/Belgrad - Wochenlang war es ruhig, jetzt blockieren Serben in mehreren Städten des Kosovo den Verkehr. Die Transitroute des Landes ist in Richtung Serbien am Stadtausgang von Mitrovica im Norden des Landes unterbrochen. Das berichtete Bürgermeister Krstimir Pantic am Mittwoch der serbischen Nachrichtenagentur Tanjug. Die Barrikade bestehe aus Schotter und schweren Lastwagen.

Deutsche Soldaten der internationalen Schutztruppe Kfor, die an den umstrittenen Grenzübergang Jarinje fahren wollten, mussten wieder zu ihrer Basis zurückkehren. Auch nahe der Gemeinde Zvecan wurde ein Konvoi der Kfor zunächst aufgehalten, später konnten die 15 Fahrzeuge jedoch passieren.

Die Serben wollen mit der neuen Straßensperre verhindern, dass die albanisch dominierte Kosovo-Regierung - wie angekündigt - die bisher von ihnen kontrollierten Grenzübergänge Jarinje und Brnjak übernimmt.

Bereits am Vortag hatten Serben in den Orten Leposavic, Rudare und Zubin Potok den Verkehr mit neuen Barrikaden blockiert. Kosovo-Regierungschef Hashim Thaçi hatte zuvor noch einmal betont, Zöllner und Grenzpolizisten aus Pristina würden an diesem Freitag die beiden Grenzübergänge übernehmen.

Die Serben sind im fast nur von Albanern bewohnten Kosovo die Minderheit: Sie stellen insgesamt nur noch einen Bevölkerungsanteil von zehn Prozent. Im Norden Landes sind sie jedoch in der Mehrheit. Bisher hatte die Kosovo-Regierung dort keinen Einfluss, weil Serbien seine Landsleute mit jährlich Hunderten Millionen Euro unterstützte.

Streit um Zollstempel

Anfang August waren die Konfliktparteien aufeinander zugegangen und hatten sich vorerst auf eine Beilegung des Grenzstreits geeinigt, nachdem die Lage Ende Juli eskaliert war. Die vorübergehende Lösung sah vor, dass Soldaten der Nato-Schutztruppe Kfor die beiden umstrittenen Grenzübergänge Jarinje und Brnjak bis Mitte September überwachen sollte.

Serbien verweigert die Anerkennung der Kosovo-Zollstempel und hat damit praktisch einen Importstopp für alle Waren aus dieser Region verhängt. Die Kosovo-Regierung hat mit einem Importverbot für serbische Waren reagiert. Dieses wurde jedoch von serbischen Beamten, die nicht auf die Zentralregierung in Pristina hören, ignoriert.

heb/dpa/Reuters