Neuwahl in Griechenland Ex-Premier Papandreou gründet neue Partei
Papandreou (Archivbild von 2011): "Land aus der Krise führen"
Foto: Alexandros Vlachos/ dpaAthen - Wenige Wochen vor der griechischen Parlamentswahl hat der ehemalige sozialistische Regierungschef Giorgos Papandreou eine neue Partei gegründet. Die neue "Bewegung" werde als Ziel haben, das Land "aus der Krise zu führen", hieß es in einer Erklärung Papandreous.
Mehr zu den Zielen seiner Partei wollte der 62-Jährige am Samstagabend bei einer Veranstaltung in Athen bekannt geben.
Papandreou verlässt damit die Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok), die sein Vater Andreas Papandreou 1974 gegründet hatte. Die Pasok hatte das Land seit 1981 mit kleinen Pausen mehr als 20 Jahre regiert. Zurzeit sind die Sozialisten Junior-Koalitionspartner in der Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras.
Papandreou war von 2009 bis 2011 auf dem Höhepunkt der griechischen Finanzkrise Regierungschef - in dieser Zeit verlor die Pasok dramatisch an Zustimmung. Im November 2011 musste er nach einer nicht mit den Geldgebern vereinbarten Ankündigung einer Volksabstimmung über die Euro-Politik seiner Regierung zurücktreten. Das Referendum fand nicht statt.
Linksaußen-Partei Syriza führt in allen Umfragen
In Griechenland werden am 25. Januar vorgezogene Wahlen stattfinden. In den Umfragen führt derzeit das oppositionelle Bündnis der radikalen Linken (Syriza) unter der Leitung des 40-jährigen Alexis Tsipras. Er fordert von den Geldgebern Griechenlands einen neuen Schuldenschnitt.
Beobachter werteten im Fernsehen Papandreous Schritt als Versuch, einen Teil der Syriza-Wählerschaft zu gewinnen. Viele frühere Sozialisten waren in den vergangenen Jahren wegen der schweren Finanzkrise zur Syriza abgewandert, die bei den letzten Wahlen hinter den Konservativen zur zweitstärksten Kraft wurde.