Großbritannien Die Queen empfängt Malala
Malala (2.v.r.) trifft die Queen und Prinz Philip: "Eine große Ehre"
Foto: YUI MOK/ AFPLondon - Die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai hat am Freitag der britischen Königin Elizabeth II. über ihren Einsatz für das Recht auf Bildung berichtet. Bei dem Treffen im Buckingham-Palast überreichte die 16-Jährige der Queen ihre Autobiografie, in der sie auch ihren Widerstand gegen die radikalislamischen Taliban schildert. "Es ist eine große Ehre hier zu sein und ich möchte Sie mit diesem Buch beschenken", sagte Malala zur Königin.
Die junge Pakistanerin hatte mit ihrem Kampf für das Recht auf Bildung für alle Kinder - einschließlich Mädchen - den Zorn der Taliban auf sich gezogen. Bei einem Angriff von Extremisten im Nordwesten Pakistans wurde sie am 9. Oktober 2012 durch einen Kopfschuss lebensgefährlich verletzt.
Nach dem Attentat wurde Malala in Großbritannien im Krankenhaus behandelt, sie lebt nun mit ihrer Familie in Birmingham. Die Jugendliche wurde weltberühmt, erhielt zahlreiche Preise und reist inzwischen für ihren Einsatz für Kinderrechte um die Welt. Am Freitag vergangener Woche wurde sie von Präsident Barack Obama in Washington empfangen, den sie wegen der US-Drohnenangriffe in Pakistan scharf kritisierte.
Prinz Philip witzelt über englische Schüler
Bei dem Treffen im Buckingham-Palast brachte der Queen-Ehemann Prinz Philip die Pakistanerin mit einer ironischen Äußerung über die britische Sicht auf Bildung zum Lachen. In Großbritannien schickten die Menschen ihre Kinder zur Schule, damit sie ihnen nicht zu Hause auf die Nerven gingen, sagte der 92-Jährige, der für seine eigenwilligen Scherze bekannt ist.
In Interviews hatte Malala, die auch als Anwärterin für den Friedensnobelpreis gehandelt worden war, erklärt, sie wolle zurück nach Pakistan und dort später Premierministerin werden. Die Taliban haben derweil ihre Drohung erneuert, sie würden Malala umbringen, falls sie zurückkehre.