Großbritannien vor der Wahl Tories streiten über Islamhass in ihrer Partei
Bei den Tories ist ein Streit über eine Untersuchung der Islamophobie in der Partei ausgebrochen. Gesundheitsminister Matt Hancock und die ehemalige Vizegeneralsekretärin Sayeeda Warsi lieferten sich nun einen Schlagabtausch.
Hintergrund für den Streit ist ein Vorstoß von Finanzminister Sajid Javid. Er hatte als Mitbewerber von Boris Johnson um die Parteiführung bei einer Live-TV-Debatte im Sommer vorgeschlagen, die Islamophobie in der Partei zu untersuchen. Seine Konkurrenten, einschließlich Johnson, stimmten ihm zu .
Inzwischen will der Regierungschef davon aber nichts mehr wissen. Am Freitag sagte er der BBC, es werde eine "allgemeine Untersuchung zu Vorurteilen aller Art" geben.
Warsi, die zu den prominentesten Musliminnen in der Partei gehört und inzwischen für die Tories im Oberhaus sitzt, zeigte sich über den Rückzieher empört. "Ja, es stimmt, meiner Partei ist Rassismus in den eigenen Reihen sch...egal. Wir sind nur antirassistisch, um politischen Vorteil daraus zu schlagen", twitterte sie.
2/2 Today #BorisJohnson has confirmed that there will NOT be an inquiry into #Islamophobia
— Sayeeda Warsi (@SayeedaWarsi) November 8, 2019
Yes disappointing
Yes predictable
Yes it’s true my party don’t give a —— about racism within our own ranks
We are only anti racist to score political points
Do as we say not as we do 🤦🏽♀️
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Nun geht der Streit weiter: Gesundheitsminister Hancock sagte in einem BBC-Radiointerview, er respektiere Warsi, andere Parteimitglieder würden aber einen "ausgewogeneren Ansatz" verfolgen.
Warsi reagierte sofort: Auf Twitter bezichtigte sie Hancock des "whitesplaining". Mit dem Kunstwort aus "white" (weiß) und explaining" (erklären) wird das Kleinreden von Diskriminierung dunkelhäutiger Minderheiten durch Mitglieder einer hellhäutigen Mehrheit bezeichnet.
Oh @MattHancock
— Sayeeda Warsi (@SayeedaWarsi) November 9, 2019
Thank you for “whitesplaining” this to me.
I’m so glad I have colleagues like you who can educate me even after my 30 years of experience of work in Race relations
“”Thousand apologies sir “ 🙄🤦🏽♀️ https://t.co/7TtX34PHT8
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Johnson war immer wieder selbst dem Vorwurf der Islamophobie ausgesetzt, unter anderem, weil er in einer Zeitungskolumne Frauen mit Vollverschleierung als "Briefkästen" und "Bankräuber" verspottet hatte .
Am 12. Dezember sollen die Briten ein neues Parlament wählen.