Gründungsgipfel: Zwölf Staaten heben Lateinamerika-Union aus der Taufe - DER SPIEGEL
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Gründungsgipfel Zwölf Staaten heben Lateinamerika-Union aus der Taufe

Geburt eines neuen Staatenbunds: Vertreter von zwölf lateinamerikanischen Staaten haben die Gründungsurkunde der Unasur-Union unterzeichnet. Die neue Organisation wird von Beobachtern als lateinamerikanisches Pendant zur Europäischen Union gepriesen.
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Brasilia - Ab heute hat Lateinamerika offiziell einen eigenen Staatenbund: Der Organisation namens Unasur gehören Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Französisch-Guayana, Paraguay, Peru, Surinam, Uruguay und Venezuela an.

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez bezeichnete die Union auf dem heutigen Gipfeltreffen in Brasilia als Gegengewicht zu den Vereinigten Staaten. Andere Beobachter nannten Unasur ein lateinamerikanisches Pendant zur Europäischen Union.

Lateinamerikas Spitzenpolitiker bei der Unasur-Gründung: Pendant zur Europäischen Union

Lateinamerikas Spitzenpolitiker bei der Unasur-Gründung: Pendant zur Europäischen Union

Foto: AFP

Die Idee für Unasur wurde schon auf einem Lateinamerika-Gipfel 2004 in Peru geboren. Das Bündnis hat bereits einen festen Sitz in Ecuador. Nun will es ein gemeinsames Parlament einrichten.

Gastgeber Brasilien strebt mit Unasur neben einer engeren wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit auch eine Koordination der regionalen Verteidigungspolitik an. Präsident Luiz Inacio Lula da Silva rief alle übrigen Staaten in Lateinamerika und der Karibik dazu auf, dem Bündnis beizutreten, um es effektiver zu machen.

Generalsekretär tritt schon vor Staatengründung zurück

Die Gründung von Unasur begann indes mit einem Eklat: Der designierte Generalsekretär Rodrigo Borja zog am Tag vor der formellen Gründung der Organisation seine Kandidatur zurück. Die für das Amt vorgesehenen Entscheidungskompetenzen seien nicht ausreichend, erklärte der ecuadorianische Ex-Präsident einen Tag vor Beginn des Gipfels.

Einige Staatschefs hatten sich gegen Borjas Idee gewehrt, andere regionale Bündnisse wie die Wirtschaftsvereinigung Mercosur künftig unter das Dach von Unasur zu stellen. Es sei für ihn nicht hinnehmbar, dass die Zusammenschlüsse Mercosur und die Gemeinschaft der Andenländer (CAN) jedem Integrationsschritt von Unasur zustimmen müssten, betonte Borja. Der neue Staatenbund bleibe so "eher ein Forum als eine organische Institution".

Ecuadors Staatschef Rafael Correa, der den Generalsekretärsposten der Unasur für sein Land reklamiert hatte, schloss sich Borjas Kritik an. Es sei "Irrsinn", dem Generalsekretär so wenige Kompetenzen einzuräumen.

ssu/AFP/AP