Guantanamo Hungerstreik weitet sich aus
San Juan - Laut US-Militärsprecher Jeffrey Weir werden inzwischen 18 der 128 Streikenden in einem Krankenhaus gegen ihren Willen ernährt, fünf davon intravenös. Die ersten Häftlinge nahmen ihren Hungerstreik vor einem Monat auf.
Die Gefangenen, von denen der überwiegende Teil aus Pakistan und Afghanistan nach Kuba überführt wurde, streben rechtstaatliche Prozesse oder ihre Freilassung an. Insgesamt halten die USA 520 mutmaßliche Terroristen, teilweise seit Beginn des Afghanistan-Feldzuges aus dem Jahr 2001 in dem Lager fest. Anwälte der Häftlinge hatten bereits in den vergangenen Tagen von bis zu 200 Hungerstreikenden gesprochen.
Die Inhaftierung von Terrorverdächtigen auf Kuba wird seit Jahren von Menschenrechtlern aus aller Welt kritisiert. Die Häftlinge werden auf unbestimmte Zeit festgehalten und haben kein Anrecht auf einen Prozess. Die USA betrachten sie als "feindliche Kombattanten", denen nicht die Rechte von Kriegsgefangenen eingeräumt werden. Bislang wurden seit dem Jahr 2001 vier Anklagen seitens der USA gegen Terrorverdächtige erhoben. Zu Prozessen kam es bisher nicht.