Gefangenenlager Guantanamo Zehn Häftlinge in Oman eingetroffen
Gefangenenlager Guantanamo
Foto: © Lucas Jackson / Reuters/ REUTERSZehn ehemalige Gefangene des berüchtigten US-Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba sind im Sultanat Oman auf der Arabischen Halbinsel eingetroffen. Damit habe das Land einer Bitte der amerikanischen Regierung entsprochen, meldete die staatliche Oman News Agency (ONA) unter Berufung auf das Außenministerium in der Hauptstadt Maskat. Die Ex-Insassen sollten vorübergehend im Oman bleiben. Namen und Einzelheiten nannte der Bericht nicht.
Das Gefangenenlager Guantanamo war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 unter dem republikanischen US-Präsidenten George W. Bush errichtet worden, um mutmaßliche Terroristen ohne Justizverfahren festzuhalten. Sein Nachfolger Barack Obama hatte das Lager schließen wollen, war aber am Kongress gescheitert. Er hatte in Aussicht gestellt, dass in seinen letzten Wochen im Amt weitere Häftlinge das Lager verlassen dürfen. Bereits Anfang des Jahres überstellten die USA danach vier Insassen an Saudi-Arabien. Nach den jüngsten Freilassungen sind noch mehr als 40 Gefangene in dem Lager.
Vor Kurzem hatte sich der künftige US-Präsident Donald Trump auf dem Kurznachrichtendienst Twitter gegen die Freilassung weiterer Guantanamo-Häftlinge ausgesprochen. "Es darf keine weiteren Entlassungen aus Gitmo geben. Das sind extrem gefährliche Menschen, und es sollte ihnen nicht erlaubt werden, in den Kampf zurückzukehren", schrieb er.
Nach dem 11. September 2001 hatten die USA wurden rund 780 Häftlinge auf dem US-Militärstützpunkt Guantanamo eingesperrt. Die meisten Verdächtigen wurden seit ihrer Festnahme in den Jahren 2001 und 2002 weder angeklagt noch verurteilt. Viele sollen misshandelt und gefoltert worden sein. Als Obama sein Amt antrat, befanden sich 242 Gefangene in Guantanamo.