Haider tritt ab: "Neben Susi wird ein Strolchi sein" - DER SPIEGEL
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Haider tritt ab "Neben Susi wird ein Strolchi sein"

Nach 14 Jahren ist Rechtspopulist Jörg Haider als Bundesvorsitzender der FPÖ zurückgetreten. Er kündigte jedoch an, auch weiterhin ein Auge auf die Partei und seine Nachfolgerin zu haben.
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Wien - Haider hatte seinen Rücktritt bereits im Februar angekündigt. Er hatte seine Entscheidung damit begründet, dass er nicht länger als "Schattenkanzler" der Koalition von ÖVP und FPÖ gelten wolle. In seiner Abschiedsrede am Montag rief Haider die Partei zu Geschlossenheit auf. Die FPÖ müsse alles daran setzen, dass es bei den nächsten Parlamentswahlen keinen Linksruck gebe, sagte der scheidende Chef auf dem 25. Parteitag der Freiheitlichen in Klagenfurt.

Zu Haiders Nachfolgerin wurde Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer gewählt. Sie erhielt über 90 Prozent der Stimmen der rund 690 Delegierten. Sie wiederholte ihr Versprechen, Haiders Kurs fortzusetzen. "Dies ist immer noch die Partei Jörg Haiders", sagte die Politikerin mit dem Spitznamen "Königskobra" und versicherte ihrem Mentor, "dass du dich immer auf mich verlassen kannst". Österreichische Zeitungen nannten Riess-Passer "Haiders Fortsetzung mit anderen Mitteln".

Riess-Passer kritisierte die politische Isolierung ihres Landes durch die 14 EU-Partner scharf. "Wir sind kein Protektorat von Berlin, Paris und Brüssel", sagte sie unter stürmischem Applaus. "Wir werden es nicht länger hinnehmen, dass Österreich mit Füßen getreten wird". In Europa mache sich "eine Form des wiederbelebten Imperialismus breit".

Haider appellierte an die Delegierten, die neue Parteichefin ebenso zu unterstützen wie ihn. Er versicherte ihr, hundertprozentig zu ihr zu stehen: "Wenn ich das sage, dann hat das Gewicht. Für sie lege ich die Hand ins Feuer." Zugleich aber sagte er: "Neben Susi wird ein Strolchi sein" - eine Anspielung darauf, dass er auch in Zukunft Einfluss nehmen will.

Er bedauere den Rücktritt überhaupt nicht, sagte Haider dem Kärntener Rundfunk. Während seines Vorsitzes habe die FPÖ Erfolgsgeschichte geschrieben. Es gebe viele Politiker, die ihr Amt aufgäben, ohne Spuren zu hinterlassen. Bei ihm sei dies sicherlich nicht der Fall. "Es wird keinen geben, der in den vergangenen Jahren so viel bewegt hat", lobte Haider sich selbst.

Jetzt gelte es, die FPÖ "zur bestimmenden Gestaltungskraft Österreichs zu machen", sagte er der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Es müsse auch in Österreich das gelingen, was in seinem Bundesland Kärnten erreicht worden sei: stärkste Partei zu werden.

Rund 80.000 Menschen demonstrierten bei einer Kundgebung zum 1. Mai am Montag in Wien gegen die österreichische Regierungskoalition. Auch vor der Klagenfurter Messehalle, in der der FPÖ-Parteitag stattfindet, protestierten APA zufolge einige Dutzend Menschen. Sie riefen: "Die FPÖ zieht Kärnten in den Dreck - darum muss sie weg."