Haiti: Aristide will zurückkehren - DER SPIEGEL
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Haiti Aristide will zurückkehren

Sonderlich willkommen ist der ehemalige Präsident Haitis in seinem zentralafrikanischen Exil nicht. Und weil er zudem nicht formell aus seinem Amt geschieden sei, plant Aristide nun ins heimatliche Haiti zurückzukehren.
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Paris - Der gestürzte Präsident von Haiti, Jean-Bertrand Aristide, will in seine Heimat zurückkehren. Er beschuldigte Frankreich und die USA, gemeinsam seine "politische Entführung" organisiert zu haben. Es habe keinen formellen Rücktritt gegeben, sagte Aristide in einem Telefongespräch mit einem Vertrauten, das am Donnerstag in Paris veröffentlicht wurde.

Seine "politische Entführung" sei der Preis gewesen, "um ein Blutbad zu vermeiden", sagte Aristide in dem Gespräch mit dem französischen Schriftsteller und Haiti-Experten Claude Ribbe.

Falls erforderlich, werde er eine Zwischenstation in Südafrika einlegen, "bevor ich nach Hause zurückkehre". Derzeit hält sich Aristide in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, auf. Die dortige Opposition hat ihn jedoch nach lokalen Medienberichten zum Verlassen des Landes aufgefordert.

In Haiti sind am Donnerstag die internationalen Friedenstruppen zusammen mit der haitianischen Polizei durch die Innenstadt von Port-au-Prince patrouilliert. Von zahlreichen Schaulustigen beobachtet, zogen die amerikanischen und französischen Soldaten in einer Demonstration der Stärke vom Nationalpalast durch das Geschäftsviertel der Hauptstadt.

Die USA hatten klargemacht, dass sie den haitianischen Rebellen, die im Februar den Norden Haitis unter ihre Kontrolle gebracht hatten, keine Ordnungsfunktion zuweisen wollen. Deren Anführer Guy Philippe, der die Wiedereinführung einer Armee in Haiti gefordert hatte, erklärte daraufhin, die Waffen niederlegen zu wollen. Am Donnerstag waren seine Kämpfer von den Straßen der Hauptstadt verschwunden.

In Haiti sind bislang 850 US-Marineinfanteristen eingetroffen. Hinzu kommen Soldaten aus Frankreich, Kanada und Chile. Die Übergangstruppe, die vom UN-Sicherheitsrat ein Mandat für drei Monate erhielt, soll auf bis auf 5000 Mann anwachsen.