Hillary Clinton: E-Mails der Ex-Außenministerin fehlen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

US-Außenministerium 15 E-Mails von Hillary Clinton fehlen

Hillary Clinton wird ihre E-Mail-Affäre nicht los: Nach Angaben des US-Außenministeriums wurden 15 der 30.000 Korrespondenzen der Präsidentschaftskandidatin noch nicht zur Überprüfung überlassen.
Hillary Clinton: Nicht alle E-Mails übergeben
Hillary Clinton: Nicht alle E-Mails übergeben

Hillary Clinton: Nicht alle E-Mails übergeben

Foto: Eduardo Munoz / REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im Präsidentschaftswahlkampf von Hillary Clinton dürfte diese Nachricht stören: Die Kandidatin der Demokraten hat offenbar doch nicht alle E-Mails aus ihrem privaten Account (hdr22@clintonemail.com) zur Überprüfung an das US-Außenministerium übergeben. Das teilte das State Department am Freitag mit. 15 dienstliche von rund 30.000 Korrespondenzen seien entweder "ganz oder teilweise" nicht im Archiv auffindbar gewesen.

Die Mails stammten von Clintons Vertrautem Sidney Blumenthal aus ihrer Amtszeit als Außenministerin. Ein Vertreter des Außenamts sagte, bei den fehlenden E-Mails handle es sich aber nicht um solche, deren Inhalt "relevant für die Bengasi-Attacke" seien, also dem Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi im September 2012.

Die Republikaner werfen der Demokratin vor, Informationen über die Vorgänge in Libyen geheimhalten zu wollen. Eine parlamentarische Kommission untersucht derzeit den Angriff, bei dem im September 2012 der US-Botschafter Chris Stevens und drei US-Mitarbeiter getötet worden waren. Dazu wertet sie die E-Mails von Blumenthal aus, der damals als informeller Berater für Libyen fungierte.

Im März war bekannt geworden, dass Clinton als US-Chefdiplomatin entgegen allen Gepflogenheiten ausschließlich eine private E-Mail-Adresse für ihre dienstlichen Korrespondenzen benutzt hat. Das war zwar in ihrer Amtszeit nicht direkt verboten, das erweckt aber den Anschein, sie wolle etwas verbergen.

Rund 55.000 Seiten von Clintons E-Mails liegen dem Außenministerium nun in Papierform vor. Die Sichtung der E-Mails ist zeitaufwendig. Nicht vor Mitte Januar 2016 soll die Überprüfung abgeschlossen sein.

Korrektur: In einer früheren Version hieß es, die fehlenden E-Mails stammten aus der Zeit vor September 2001, sie stammen aber aus der Zeit vor September 2012.

als/Reuters/AP/dpa