Hintergrund Das abgespeckte "Star Wars"-Programm
Washington - Der US-Plan für eine nationale Raketenabwehr (NMD) knüpft an das "Star-Wars"-Programm des damaligen Präsidenten Ronald Reagan an. NMD - das Kürzel steht für National Missile Defense - ist eine "Miniversion" der Idee Reagans von einem weltraumgestützten Abwehrsystem. Bei dem jetzigen Projekt handelt es sich um eine landgestützte Abwehr. Satelliten spielen nur als Frühwarnsystem eine Rolle.
So soll die Raketenabwehr funktionieren: Nachdem Satelliten und Radar die anfliegende gegnerische Rakete entdeckt haben, ortet ein hochpräzises Radarsystem am Boden den Sprengkopf und etwaige zur Täuschung dienende Attrappen. Eine oder mehrere Abfangraketen werden abgefeuert, die aus einem Träger und einem so genannten Kill-Vehikel bestehen. Dieses steuert auch mit Hilfe eigener Sensoren den gegnerischen Sprengkopf an und zerstört ihn durch die Kollision.
Die USA wollen bis zum Jahr 2005 im Bundesstaat Alaska ein System mit 20 solcher Abfangraketen aufstellen. Bis 2007 soll die Zahl auf 100 erhöht werden. Vorher wollen die USA Russland zu einer Änderung des zweiseitigen ABM-Vertrages von 1972 zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen bewegen. Nach diesem Abkommen dürfen beide Seiten jeweils nur ihre Hauptstadt oder eine Raketenstellung mit einem Abwehrsystem schützen.
Die USA sehen NMD als Schutz vor möglichen Angriffen so genannter Problemstaaten wie Nordkorea oder Irak. Russland habe aber nach wie vor das Potenzial, den US-Schutzschirm zu durchbrechen. Damit bleibe das strategische Gleichgewicht gewahrt.