Hintergrund: Der ABM-Vertrag - DER SPIEGEL
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Hintergrund Der ABM-Vertrag

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt/Main - Am 26. Mai 1972 wurde zwischen den USA und der damaligen UdSSR der Vertrag zur Begrenzung von Raketensystemen unterzeichnet. Dieser zeitlich unbefristete Vertrag, der am 3. Oktober 1972 in Kraft trat und im Jahr 1974 modifiziert wurde, verbietet praktisch die Aufstellung von Raketenabwehrsystemen, mit denen die Strategie der Abschreckung zwischen den Großmächten untergraben würde.

Im ABM-Vertrag ist festgehalten, dass beide Staaten nur ein Anti-Ballistic Missile-System mit 100 Raketenabschussanlagen an einem festgelegten Standort installieren dürfen. Das eingeschränkte Stationierungsgebiet sollte verhindern, dass sich ein Unterzeichnerstaat durch mehrere ABM-Systeme weit reichend gegen mögliche Vergeltungsschläge nach Aggressionshandlungen absichert.

Damit war die gegenseitige Abschreckung weiterhin gewährleistet. Das Raketenabwehrsystem der UdSSR war zum Schutz ihrer Hauptstadt Moskau eingerichtet. Mitte der siebziger Jahre verzichtete die amerikanische Regierung gänzlich auf das ABM-System. Jede Seite hat die Möglichkeit, sechs Monate nach Ankündigung vom Vertrag zurückzutreten.

Ein ABM-System ist ein bodengestütztes Abwehrsystem gegen Angriffe land- und seegestützter ballistischer Interkontinentalraketen. Es besteht aus Frühwarn- und Radaranlagen, der Kommandozentrale und den in Abschussanlagen befindlichen Abfangraketen.