Hintergrund Der Club der Atommächte
Hamburg - Nur die USA, Russland, China,
Frankreich und Großbritannien gehören zurzeit zum "Club" der offiziellen Atommächte.
Indien und Pakistan haben den Besitz der in einem Sperrvertrag von
1968 geächteten Nuklearwaffen ebenso zugegeben wie nun auch nach
amerikanischen Angaben Nordkorea. Es gilt als sicher, dass auch
Israel Atomwaffen hat.
Die USA haben ein Arsenal von mehr als 10.000
Kernwaffen und die dazugehörigen Trägersysteme mit kleinen
(taktischen) und großen (strategischen) Reichweiten. Die ersten A-
Bomben wurden 1945 gezündet und in Japan eingesetzt.
Russland hat ebenfalls etwa 10.000 taktische und strategische
Atomwaffen mit den dazugehörigen Raketen und Flugzeugen. Zu
Sowjetzeiten führten die Russen von 1949 bis 1990 mehr als 700 Tests
durch.
China stieg 1964 mit dem ersten Test in den Atomclub auf. Die Zahl
der chinesischen Nuklearsprengköpfe wird auf etwa 400 geschätzt. Seit
Mitte der achtziger Jahre läuft ein Modernisierungsprogramm.
Frankreich ist mit etwa 350 Sprengköpfen ausgerüstet, die von
Bombern und mit U-Bootraketen ins Ziel gebracht werden können. Von
1960 bis 1996 hat Frankreich Bomben getestet.
Großbritannien hat seine erste Bombe 1952 getestet, die letzte
1991. Das Land hat 185 Atomwaffen, die allesamt auf "Trident"-U-
Booten stationiert sind.
Indien testete seine erste Bombe 1974. Das Potenzial wird auf
zurzeit rund 60 Sprengkörper geschätzt, die mit landgestützten
Raketen und Flugzeugen ins Ziel gebracht werden können.
Pakistan hat seine erste Bombe nach 25 Jahren Entwicklungsarbeit
1998 fertig gestellt. Heute kann das mit Indien verfeindete Land
seine F-16-Flugzeuge und Raketen mit mindestens 24 Sprengköpfen
bestücken.
Israel hat den Besitz von Atomwaffen nie zugegeben. Deren Zahl
wird auf bis zu 200 geschätzt. Als Träger können "Jericho"-Raketen,
und Jagdbomber dienen.