Hollands Rechtspopulist Wilders fordert Hilfs-Stopp für Griechenland
Politiker Wilders: "Hilfe für Athen ist unverantwortlich"
Foto: Robin Van Lonkhuijsen/ dpaDen Haag - Er gilt als vehementer Gegner der Europäischen Union. Nun hat Hollands einflussreiche populistische Partei für die Freiheit (PVV) die Einstellung finanzieller Hilfen für Griechenland gefordert. Es sei unverantwortlich, Athen weitere Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen, erklärte PVV-Chef Geert Wilders am Donnerstag bei einer Parlamentsdebatte in Den Haag. "Davon sehen wir keinen einzigen Cent wieder", mahnte er.
Wilders hatte bereits am Vortag mit der Forderung, Griechenland solle aus dem Euro aussteigen und wieder die Drachme einführen, für heftige Debatten gesorgt. Notfalls müssten sich die Niederlande entscheiden, den Euro fallen zu lassen und zum Gulden zurückzukehren, sagte er der Zeitung "De Telegraaf".
Der christdemokratische Finanzminister Jan Kees de Jager wies die Forderungen zurück. Auch der niederländische Zentralbankchef Nout Wellink nannte sie wirtschaftlich unsinnig und gefährlich. Eine Einstellung der Griechenland-Hilfe würde für die eng miteinander verflochtenen Finanzmärkte in ganz Europa negative Folgen haben, sagt er bei einer TV-Diskussion.
Die PVV ist seit den Wahlen im vergangenen Jahr die drittstärkste Kraft im niederländischen Parlament. Sie stützt die gelb-schwarze Minderheitsregierung des rechtsliberalen Ministerpräsidenten Mark Rutte auf der Basis eines Duldungsabkommens als Mehrheitsbeschafferin und verfügt daher über beachtlichen Einfluss.
Laut einer Umfrage sind 58 Prozent der Niederländer dafür, dass Den Haag weitere Hilfeleistungen für Griechenland verweigert. 51 Prozent sprachen sich bei der Befragung durch das Institut Maurice de Hond vom 15. Mai dafür aus, Athen aus der Euro-Zone auszuschließen.