Hongkong: Polizei räumt weitere Barrikaden - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Proteste in Hongkong Polizei räumt weitere Barrikaden von Demonstranten

Nach und nach entfernt die Polizei die Barrikaden in Hongkong - nun wurde eine Geschäftsstraße im Stadtteil Mongkok geräumt. Demonstranten mit Schutzbrillen, Gasmasken und Helmen wehrten sich nicht.
Demonstrant mit Gasmaske: Polizei entfernt Straßenblockaden
Demonstrant mit Gasmaske: Polizei entfernt Straßenblockaden

Demonstrant mit Gasmaske: Polizei entfernt Straßenblockaden

Foto: AP/dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hongkong - "Wir wollen das allgemeine Wahlrecht", riefen die Protestierenden, ausgerüstet mit Schutzbrillen, Gasmasken und Helmen. Doch ihr Widerstand nützte nichts: Die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong haben weitere Barrikaden von Demokratieaktivisten abbauen lassen. Etwa hundert Polizisten und weitere Sicherheitskräfte schirmten die Arbeiter ab, die die Absperrungen entfernten. Diesmal wurde damit der Protest in einer belebten Geschäftsstraße des Stadtteils Mongkok beseitigt.

Die Demonstranten weigerten sich zwar, den Anweisungen der Polizei Folge zu leisten und den Ort zu verlassen, zu Ausschreitungen kam es jedoch nicht. Ein Gericht hatte die Räumung angeordnet. Protestführer hatten die verbliebenen Demonstranten mehrfach aufgefordert, ihre Sachen zu packen, und die Entscheidung des Gerichtes zu akzeptieren. Seit vergangenen Dienstag werden nun die Straßensperren entfernt.

Seit Ende September blockieren Demonstranten an mehreren Stellen Hongkongs Hauptverkehrsadern der Millionenmetropole. Sie fordern, dass die nächste Regierung der Sonderverwaltungszone in drei Jahren frei gewählt wird. Peking will eine direkte Wahl zwar erlauben, will die Kandidaten in der früheren britischen Kronkolonie jedoch vorab auswählen.

Vor einer Woche kam es erneut zu einer Eskalation der Proteste: Demonstranten versuchten am Mittwoch, das Parlament zu stürmen. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Pfefferspray ein, um die Eindringlinge zurückzudrängen. Mehrere Personen zertrümmerten Fensterscheiben und Glastüren mit Eisenstangen und Steinen. Unklar blieb, wer hinter der Attacke stand: Die Demokratiebewegung verurteilte sie ebenso wie die Regierung.

vek/AFP/dpa