Hongkong: Regierungschef warnt vor Anarchie - DER SPIEGEL
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Protest im Parlament Hongkongs Regierungschef warnt vor Anarchie

Nach einer Protestaktion von prodemokratischen Abgeordneten hat Hongkongs Chief Executive Leung vor weiteren Demonstrationen gewarnt. Hongkong laufe Gefahr, "in Anarchie zu versinken".
Hongkongs Regierungschef Leung: Spitzname "689"
Hongkongs Regierungschef Leung: Spitzname "689"

Hongkongs Regierungschef Leung: Spitzname "689"

Foto: Kin Cheung/ AP
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Hongkong - Prodemokratische Abgeordnete haben im Hongkonger Parlament eine Rede von Regierungschef Leung Chun-ying gestört. Sie breiteten Transparente aus und forderten seine Absetzung, wie die Zeitung "South China Morning Post" berichtete. 20 Abgeordnete verließen vor der Rede den Saal.

Leung warnte die Demokratiebewegung vor weiteren Protesten, die er als illegal ansieht: "Im Streben nach Demokratie sollten wir uns an das Gesetz halten, sonst wird Hongkong in Anarchie versinken". Die oppositionellen Parlamentarier öffneten auch gelbe Regenschirme, das Symbol der prodemokratischen "Occupy"-Bewegung.

Die Demokratiebewegung fordert seit Monaten freie Wahlen in der früheren britischen Kronkolonie, die seit 1997 wieder zu China gehört und seitdem den Status einer Sonderverwaltungszone hat.

Die Proteste hatten Ende September begonnen. Auslöser waren Pläne der Führung in Peking, 2017 in Hongkong zwar erstmals direkte Wahlen zu erlauben, nicht aber die freie Nominierung der Kandidaten. Leung wurde 2012 von einem Wahlgremium aus 1200 Männern und Frauen gewählt. Er erhielt 689 Stimmen und wird seither von den prodemokratischen Aktivisten verächtlich "689" genannt.

Im Dezember hatte die Hongkonger Polizei die letzten Hauptlager der Demonstranten räumen lassen. Die Aktivisten hatten jedoch angekündigt, ihren Protest in anderer Form fortzusetzen.

mka/dpa/Reuters