IAEA: Der internationale Atomwächter - DER SPIEGEL
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IAEA Der internationale Atomwächter

Zusammen mit ihrem Chef Mohammed El-Baradei erhielt die Internationale Atomenergiebehörde den Friedensnobelpreis. Die Uno-Behörde wacht vor allem über die friedliche Nutzung der Kernernergie.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Die IAEA  wurde 1957 als unabhängige Organisation innerhalb der Vereinten Nationen gegründet. Als wichtigstes Ziel der Organisation mit Sitz in Wien wurde die friedliche Entwicklung von Kernenergie und deren Verbreitung in allen Mitgliedstaaten zur globalen Stromversorgung festgelegt: "Es ist ihre wichtigste Funktion, den Beitrag der Atomenergie für Frieden, Gesundheit und Wohlstand weltweit zu beschleunigen und auszuweiten", heißt es in der IAEA-Satzung.

Inzwischen ist ihre Funktion als Wächter über eine weltweit friedliche Nutzung der Kernenergie und die Einhaltung des Ende der sechziger Jahre geschlossenen Atomwaffensperrvertrages zur Hauptaufgabe geworden. Das Zusatzprotokoll zum Sperrvertrag erlaubt der IAEA in den Unterzeichnerstaaten umfassende und unangekündigte Kontrollen der Atomanlagen.

Die IAEA-Inspektoren sollen darauf achten, dass waffenfähiges Atommaterial nicht in die falschen Hände gelangt. In den vergangenen Wochen war das umstrittene Atomprogramm Irans das größte Thema für die IAEA. Im Atomkonflikt mit Nordkorea wurden die Inspektoren der IAEA Ende 2002 von Pjöngjang des Landes verwiesen.

Zur IAEA, die über ein Jahresbudget von mehr als 210 Millionen Dollar (172 Millionen Euro) verfügt, gehören inzwischen 139 Mitgliedstaaten. Entscheidende Gremien sind die Generalkonferenz und der Gouverneursrat. Der aus 35 Mitgliedern bestehende Gouverneursrat ist das oberste Lenkungsorgan der IAEA, das regulär fünf Mal pro Jahr zusammenkommt. In der Generalkonferenz kommen einmal im Jahr die Vertreter aller Mitgliedstaaten zusammen.

Der jeweils für vier Jahre ernannte IAEA-Generaldirektor, derzeit der ebenfalls mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Ägypter El-Baradei, wacht über eine Behörde mit rund 2200 Mitarbeitern aus 90 Ländern. Deutschland trat der IAEA bereits 1957 bei und ist seit 1972 im Gouverneursrat vertreten.

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