IAEA: Diplomaten streiten über Irans Atomprogramm - DER SPIEGEL
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IAEA Diplomaten streiten über Irans Atomprogramm

Die Internationale Atomenergie-Organisation hat sich bislang nicht auf eine Resolution zum iranischen Atomprogramm einigen können. Während die USA eine harte Gangart fordern und die Europäer Kompromissbereitschaft zeigen, wollen andere Länder jede Formulierung vermeiden, die Teheran als Ultimatum auffassen könnte.
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Wien - Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben heute bei der Sitzung des Gouverneursrates der Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) einen neuen Resolutionsentwurf eingebracht, in dem Iran bis zur nächsten Sitzung des Gouverneursrates am 25. November Zeit eingeräumt wird, seine nuklearen Aktivitäten vollständig offen zulegen. Die USA dringen hingegen auf eine härtere Gangart und wollen so rasch wie möglich den Uno-Sicherheitsrat einschalten.

Washington wirft Iran vor, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet das und betont, die kürzlich begonnenen Vorarbeiten zur Urananreicherung dienten ausschließlich der friedlichen Nutzung der Atomkraft. Auch die IAEA-Führung drängt Iran, die Urananreicherung bis auf weiteres zu unterlassen. Angereichertes Uran kann nicht nur in Atomkraftwerken zur Stromgewinnung, sondern auch in Atomwaffen verwendet werden.

In dem Streit mit Iran gibt es nach Einschätzung von IAEA-Chef Mohamed al-Baradei bislang keine Klarheit darüber, ob das Nuklearprogramm des Landes nun friedlichen Zwecken oder dem Bau von Atomwaffen dient. Auch nach einer zwei Jahre dauernden Untersuchung im Iran könne die IAEA dies noch nicht beurteilen. Baradei geht davon aus, dass eine Untersuchung des Schwarzmarktes für Nukleartechnologie Licht ins iranische Atomprogramm bringen könnte. Südafrika teilte vergangene Woche mit, es habe Deutsche und Südafrikaner festgenommen, die im Verdacht stehen, Libyen, Iran und Nordkorea technische Ausrüstung verschafft zu haben, die zur Herstellung von Atomwaffen benutzt werden könnte.

Iran ist Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages und hält sich deshalb für berechtigt, Atom-Technologie für die Stromerzeugung unter Aufsicht der IAEA zu nutzen. Diese hat in Iran zwar einige zuvor von der islamischen Republik geheim gehaltene Atom-Aktivitäten aufgedeckt, aber bisher keine Beweise gefunden, die den Verdacht der USA bestätigen würden.

Diplomaten sagten, es sei anzunehmen, dass sich Iran und Libyen über den Schwarzmarkt in Pakistan mit der Ausstattung für die Anreicherung von Uran eingedeckt hätten. Der Wissenschaftler Abdul Kadeer Khan, der für Pakistan die Atombombe baute, soll beim iranischen Atomprogramm mitgeholfen haben und in Schwarzmarktgeschäfte verwickelt gewesen sein, über die sich mehr als 20 Staaten mit Nukleartechnologie versorgten.

Libyen hatte Ende vergangenen Jahres seine Pläne zum Bau von Atomwaffen öffentlich gemacht und sich zur Aufgabe des Programms unter Aufsicht der IAEA verpflichtet.