Indonesien: Armee greift Separatisten in Aceh an - DER SPIEGEL
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Indonesien Armee greift Separatisten in Aceh an

Die indonesische Armee hat in der abtrünnigen Provinz Aceh Rebellen-Stellungen mit Raketen beschossen. Nur Stunden zuvor hatte die Regierung das Kriegsrecht in der nach Unabhängigkeit strebenden Provinz verhängt.
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Jakarta - Die Großoffensive mit Fallschirmjägern werde im Laufe des Morgens beginnen, sagte ein Armee-Sprecher in Aceh. Hunderte Fallschirmspringer sind in der Unruheregion gelandet. Tausende weitere Soldaten wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Augenzeugen in der Stadt Lhokseumawe berichteten am Montag von einer äußerst angespannten Lage. An strategischen Punkten seien gepanzerte Fahrzeuge postiert worden, die meisten Geschäfte seien geschlossen.

Wenige Stunden zuvor hatte Präsidentin Megawati Sukarnoputri am Sonntag das Kriegsrecht über die rohstoffreiche Region verhängt. Die Weigerung der Rebellen, die Souveränität Indonesiens in Aceh anzuerkennen, habe die Provinz in eine gefährliche Lage gebracht, hieß es in einem Dekret Megawatis. Dies mache die sofortige Verhängung des Kriegsrechts erforderlich. Mit dem Kriegsrecht hat die indonesische Armee zunächst für sechs Monate die Vollmacht für einen Militärschlag gegen die Rebellen erhalten.

Zuvor waren Friedensgespräche in Japan zwischen der indonesischen Regierung und Rebellenvertretern gescheitert. Die Rebellen weigerten sich, von ihrer Hauptforderung nach Unabhängigkeit abzurücken. Sie erklärten, sie seien bereit, den Kampf wieder aufzunehmen.

In dem Konflikt sind seit 1976 rund 10.000 Menschen getötet worden. Die streng moslemische Provinz Aceh ist reich an Erdgasvorkommen. Ihre Hauptstadt Banda Aceh liegt 1700 Kilometer nordwestlich von Jakarta.