Indonesien Der General übernimmt
Jakarta - Wie die Wahlkommission heute mitteilte, erhielt Yudhoyono bei der ersten direkten Präsidentenwahl in Indonesien 60,6 Prozent der Stimmen, auf Megawati entfielen 39,4 Prozent. Die Börse in Jakarta reagierte freundlich auf den bevorstehenden Regierungswechsel und schloss auf einem Rekordhoch. Yudhoyono hatte im Wahlkampf mit einem harten Vorgehen gegen Extremisten, der Schaffung von Arbeitsplätzen, der Korruptionsbekämpfung sowie der Belebung der Wirtschaft geworben.
Ein Sprecher Megawatis erklärte, in einigen Provinzen habe es möglicherweise Unregelmäßigkeiten bei der Stichwahl am 20. September gegeben und schloss einen Gang vor das Verfassungsgericht nicht aus. Bislang hat Megawati öffentlich noch nicht ihre Niederlage eingeräumt. Internationale Wahlbeobachter hatten nach der Wahl erklärt, sie hätten keine größeren Unregelmäßigkeiten festgestellt, die das Endergebnis beeinflussen könnten. Auch ein Vertreter der Wahlkommission sagte, das Ergebnis sei gültig.
Der 55-jährige Yudhoyono kündigte an, in Kürze eine Regierungsmannschaft zusammenzustellen und ein Programm für die ersten 100 Tage vorzulegen. Der Ex-General wird am 20. Oktober vereidigt. Sein Kabinett soll noch am gleichen Tag seine Arbeit aufnehmen.
Die Wahl fand unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt. In der Vergangenheit hatte es in dem weltweit bevölkerungsreichsten muslimischen Staat immer wieder Anschläge von Extremisten gegeben, die sich oft gegen Ausländer richteten. Vor zwei Jahren waren bei Anschlägen auf der Ferien-Insel Bali 202 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Australier.
An der Stichwahl hatten sich etwa 116 Millionen Stimmberechtigte beteiligt. Yudhoyono hatte bereits die erste Runde der Präsidentenwahl am 5. Juli für sich entschieden, die nötige absolute Mehrheit von 50 Prozent aber verfehlt.