Indonesien Höchster Moslem-Rat droht USA
Jakarta - Der höchste Rat muslimischer Gelehrter in Indonesien hat für den Fall von Militäraktionen gegen Afghanistan für einen "Heiligen Krieg" (Dschihad) gegen die USA und ihre Verbündeten gefordert. "Wir rufen bei einer Aggression der USA oder ihrer Alliierten gegen Afghanistan und die islamische Welt Moslems in aller Welt auf, vereint für einen Dschihad einzutreten", sagte der Vorsitzende Din Syamsuddin.
In einer Erklärung des Rats der muslimischen Ulema (Islam- Gelehrten) hieß es, jeder Angriff gegen Afghanistan sei eine "neue Form von Terrorismus, Imperialismus und massenhafter Verletzung von Menschenrechten". Islamistische Jugendgruppen in Indonesien begannen inzwischen laut Medienberichten mit der Registrierung hunderter Freiwilliger, die sich an einem "heiligen" Krieg beteiligten wollen.
Am Sonntag hatten radikale Muslime in dem beliebten Touristenziel Solo auf der Insel Java Hotels nach US-Bürgern und westlichen Reisenden durchsucht. Die Behörden hatten daraufhin mit hartem Vorgehen gedroht, sollten sich solche Aktionen wiederholen. Aus Angst vor Übergriffen sind vor US-Einrichtungen in Jakarta bereits mehrere hundert Polizisten und Scharfschützen postiert worden.
Die neue indonesische Präsidentin Megawati Sukarnoputri hatte erst in den vergangenen Woche US-Präsident George W. Bush Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus zugesagt. Der Inselstaat ist, gemessen an der Bevölkerungszahl, das größte muslimische Land der Erde, toleriert aber zugleich zahlreiche andere Religionen. Die große Mehrheit der Indonesier praktiziert eine sehr moderate Form des Islams.