Inguschetien: Mehrere Tote bei Explosion - DER SPIEGEL
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Inguschetien Mehrere Tote bei Explosion

In der südrussischen Provinz Inguschetien sind mindestens drei Menschen bei einer Explosion ums Leben gekommen. In der Provinzhauptstadt Nasran ist es nach Berichten nahe des Kulturzentrums zu der Detonation gekommen, als ein Armeefahrzeug vorbei gefahren ist.
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Moskau - Bei den Toten handelt es sich nach Berichten der Nachrichtenagentur Interfax um drei Polizisten. Den Angaben zufolge gab es auch Verletzte.

Inguschetien liegt im Süden Russlands und grenzt an Tschetschenien. Die Gewalt aus der Nachbarregion ist auf die Kaukasus-Provinz übergeschwappt, die Auseinandersetzungen zwischen Aufständischen und russischen Truppen nehmen zu. Die Behörden machen Kriminelle und muslimische Extremisten, die mit tschetschenischen Rebellen in Verbindung stehen, dafür verantwortlich. Vor kurzem entsandte Russland 2500 zusätzliche Soldaten nach Inguschetien.

In der Nacht zu heute wurde in der islamisch geprägten Kaukasus- Teilrepublik Inguschetien zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen eine russischstämmige Familie ermordet. Unbekannte erschossen einen Mann und zwei seiner Söhne in der Stadt Karabulak, wie die zuständigen Justizbehörden Interfax zufolge mitteilten.

Der jüngste Mordanschlag in der Stadt Karabulak soll nach Justizangaben von denselben Tätern verübt worden sein, die bereits Mitte Juli eine russischstämmige Lehrerin mit zwei Kindern in der Nähe erschossen hatten. Ziel der Täter sei es, die Lage im Nordkaukasus zu destabilisieren, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Experten schließen nicht aus, dass politische Kräfte eine Eskalation im Nordkaukasus vor der Präsidentenwahl in der Russischen Föderation im März 2008 herbeiführen wollen. Dies könnte einem Bewerber aus dem Sicherheitsapparat zur Profilierung dienen oder aber Präsident Wladimir Putins Verbleib im Amt erzwingen, vermutet der Moskauer Politologe Pawel Felgenhauer.

Putin hatte vor acht Jahren als damaliger Ministerpräsident eine militärische Lösung der Tschetschenienfrage durchgesetzt. Mit dem Einmarsch russischer Truppen in Tschetschenien im Herbst 1999 war Putins Popularität in der Bevölkerung gewachsen.

anr/Reuters/dpa