Internet Nato TV mit Startproblemen
Berlin - Vergangene Woche unterzeichnete die Allianz für den Internetkanal, auf dem die Nato vor allem ihre Erfolge in Afghanistan abbilden will und so gegen die schlechte Presse für den Einsatz ankämpft, einen umfangreichen Renovierungsauftrag für das Prestigeprojekt. Dieses wird von der Nato gern als "Schritt ins 21. Jahrhundert" verkauft und durch ein Budget von 1,5 Millionen Euro von der dänischen Regierung ermöglicht.
Erst nach dem Start des aufwendigen Portals, das pünktlich zum Nato-Gipfel in Bukarest Anfang April online ging und auf dem hübsche Geschichten wie die über Ratten als Minensucher liefen, bemerkten die Medien-Strategen der Allianz jedoch, dass die selbst gedrehten Bilder der Nato-Realität am Hindukusch nur einer sehr begrenzten Zahl von Internetnutzern zugänglich waren.
Technisch bedingt konnten Apple-Besitzer gar keine Beiträge ansehen, auch Linux-Nutzer waren komplett ausgeschlossen und auf Windows-Rechnern war der Kanal nur dann anzuschauen, wenn der Benutzer die wegen Sicherheitsbedenken umstrittene Applikation ActiveX aktivierte. Durch die aufwendige Renovierung soll Nato TV nun auf Flash-Technik umgestellt werden und, so die Nato-Planung, möglichst im Sommer für alle Internetnutzer abrufbar sein.
Matthias Gebauer