Irak: Al-Qaida droht mit Anschlagsoffensive - DER SPIEGEL
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Irak Al-Qaida droht mit Anschlagsoffensive

Die irakische Qaida-Zelle schwört nach dem Tod ihres Anführers Rache. Mit martialischen Worten kündigte sie eine groß angelegte Anschlagsoffensive gegen die US-geführten Truppen an: Die Anschläge würden den Feind wie ein Erdbeben erschüttern und ihm den Schlaf rauben.
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Dubai/Kairo - Die Offensive sei auf einer Sitzung der Führung der irakischen Mudschahidin-Gruppen beschlossen worden. Der "Heilige Krieg" im Irak werde auch ohne den getöteten Anführer fortgesetzt. Bei dem Treffen sei zudem über die künftige Strategie der Gruppe nach dem Tod des Qaida-Führers im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi, beraten worden. Die Organisation sei gestärkt, habe ihr Fundament neu errichtet und sei durch frisches Blut erneuert worden.

"Wir erneuern unsere Treue zu dem Führer von al-Qaida, Osama Bin Laden, möge Gott ihn beschützen. Wir werden ihn mit den Aktionen seiner Soldaten im Irak erfreuen", hieß es weiter auf der von militanten Islamisten schon öfter genutzten Internet-Seite. Zu einem möglichen Nachfolger ihres "Emirs Abu Mussab" machten die Islamisten keine Angaben. Die Authentizität des Dokuments, das mit Koransuren gespickt war, konnte nicht überprüft werden.

Zuvor hatte US-Präsident George W. Bush angekündigt, auch nach dem Tod Sarkawis hart gegen Aufständische im Irak vorzugehen. Dabei wolle man von dem Machtvakuum nach dem Tod des Terrorchefs profitieren. Laut einem Bericht der "New York Times" soll Sarkawi vor seinem Tod noch rund 300 Ausländer zu Terroristen ausgebildet und sie als Schläfer wieder in ihre Heimatländer geschickt haben. 

Obduktion von Sarkawis Leiche abgeschlossen

Bei Razzien in der nordirakischen Stadt Kirkuk sind am Sonntag sieben mutmaßliche Mitglieder der Terrorgruppe von Sarkawi festgenommen worden. Ein Sprecher der US-Armee in Kirkuk erklärte, die sieben Verdächtigen gehörten zu den Qaida-Zellen im Irak und seien alle Iraker. Einer von ihnen stamme aus der Provinz Dijala, in der Sarkawi am vergangenen Mittwoch bei einem Luftangriff ums Leben gekommen war. Bereits am Samstag waren in Baakuba 23 Terrorverdächtige festgenommen worden.

Amerikanische Gerichtsmediziner haben am Sonntag die Obduktion der Leiche von Sarkawi abgeschlossen. Ein Armeesprecher sagte in Bagdad, die Ergebnisse lägen ihm aber noch nicht vor. Die britischen Zeitungen "The Observer" und "The Sunday Times" berichteten unter Berufung auf mutmaßliche Augenzeugen, Sarkawi sei möglicherweise von US-Soldaten zu Tode geprügelt worden. Im "Observer" wurde ein Mann zitiert, demzufolge US-Soldaten einen wie Sarkawi aussehenden Mann aus einem Krankenwagen zogen, sein arabisches Gewand um seinen Kopf schlangen und ihn anschließend heftig schlugen, bis er starb. In der "Sunday Times" erzählte ein Mann, die US-Soldaten hätten dem verwundeten Sarkawi Stöße in die Brust versetzt. Dieser sei zunehmend blasser geworden, habe aus dem Mund geblutet und sei schließlich gestorben.

Nach Angaben der US-Armee lebte Sarkawi kurz nach dem Luftangriff noch und starb dann auf der Krankenbahre. Er soll noch versucht haben, sich von der Bahre zu wälzen, sei aber von US-Soldaten daran gehindert worden.lan/Reuters/AP/dpa

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