Irak Amerika mobilisiert Kurden
Nach amerikanischen Vorstellungen sollen Kommandotrupps des von Washington unterstützten oppositionellen "Irakischen Nationalkongresses" zeitgleich mit den Kurden des Nordirak den bewaffneten Aufstand wagen. Die Hauptlast der Kämpfe müssten dabei die Kurden tragen, da die Schlagkraft der im Ausland trainierten Nationalkongress-Kämpfer als gering eingeschätzt wird.
Um die strategisch wichtige Allianz mit den Kurden zu sichern, versprachen US-Emissäre den prominenten Kurdenführern Massud Barsani und Dschalal Talabani, eine "international garantierte, nationale Heimstätte" zu schaffen. Damit geht die US-Führung ein doppeltes Risiko ein: Die Türkei, nach Israel wichtigster Verbündeter der Amerikaner im Nahen Osten, dürfte aus Furcht vor einem Wiedererstarken militanter kurdischer Separatisten ihre Zusammenarbeit mit Pentagon und Weißem Haus spürbar einschränken.
Iran, ebenfalls von kurdischen Unabhängigkeitsbestrebungen betroffen, sähe sich wohl dazu veranlasst, den Konflikt mit dem Baath-Regime in Bagdad zu bereinigen und gemeinsam gegen den "großen Satan" Amerika Front zu machen. Die in der letzten Zeit angelaufene Normalisierung der irakisch-iranischen Beziehungen zielt nach Erkenntnissen golfarabischer Nachrichtendienste in diese Richtung.