Irak: Bombenterror gegen Polizisten - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Irak Bombenterror gegen Polizisten

Bei zwei Anschlägen wurden im Irak innerhalb einer halben Stunde mindestens 14 Menschen getötet. Die meisten Opfer waren Polizisten. Ein Raketenangriff auf eine Frachtmaschine des deutschen Paketdienstes DHL über Bagdad endete glimpflich: Dem Piloten gelang es, das in Brand geschossene Flugzeug zu landen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bagdad - Der Airbus A-300 sei vermutlich mit einer Boden-Luft-Rakete des Typs SAM-7 beschossen worden, hieß es aus Militärkreisen. Auf einem Foto waren Schäden an der Maschine zu sehen, wie sie auch beim Beschuss durch eine Rakete entstehen. Einem Augenzeugenbericht zufolge fehlte ein Teil der Flügelspitze, das Flugzeug zog eine Rauchfahne hinter sich her. Die Maschine war nach Angaben von DHL-Sprecherin Patricia Thomson auf dem Weg von Bagdad in den Golfstaat Bahrain. Die US-Armee leitete eine Untersuchung ein. In den vergangenen Wochen hatten Aufständische in Irak fünf US-Hubschrauber mit Raketen abgeschossen. Wenige Stunden nach dem Zwischenfall kündigte die jordanische Fluggesellschaft Royal Jordanian in Amman an, ihre Flüge nach Bagdad in den kommenden drei Tagen auszusetzen. Ein Grund wurde nicht genannt.

Die Selbstmordanschläge richteten sich gegen zwei Polizeistationen in den Städten Bakuba und Khan Bani Saad, das an der Straße zwischen Bagdad und Bakuba liegt. In Khan Bani Saad starben nach Angaben eines US-Militärsprechers zehn Menschen: sechs Polizisten, drei Zivilisten und der Selbstmordattentäter. Nach irakischen Angaben war unter den Opfern auch ein fünfjähriges Mädchen. Zehn weitere Personen seien verletzt worden. In Bakuba riss ein Selbstmordattentäter nach Angaben eines Polizeisprechers vier Polizisten mit in den Tod. Ein weiterer Polizist werde noch vermisst. Zehn Zivilpersonen wurden den Angaben zufolge verletzt. Bakuba und Khan Bani Saad gehören zum so genannten "Sunnitischen Dreieck", wo der Widerstand gegen die Besatzungstruppen besonders heftig ist.

Vor den Anschlägen hatte der US-Geheimdienst vor weiteren Angriffen im Zusammenhang mit dem herannahenden Ende des Fastenmonats Ramadan gewarnt. Ein Bataillonskommandeur der 4. Infanteriedivision, Oberstleutnant Steve Russell, sagte, der Geheimdienst befürchte, dass Extremisten mit Selbstmordanschlägen noch vor dem Ende des Ramadans erneut zuschlagen würden.

Mehr lesen über