Irak: Deutsche Geiseln bitten um Hilfe - DER SPIEGEL
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Irak Deutsche Geiseln bitten um Hilfe

Das neue Video von den beiden im Irak entführten Deutschen enthält laut dem arabischen TV-Sender al-Arabija einen dramatischen Appell: Die Ingenieure bitten die Bundesregierung inständig um Hilfe - und um die Erfüllung der Forderungen der Geiselnehmer.
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Bagdad/Jerusalem - Nach Darstellung des verantwortlichen Redakteurs von al-Arabija am Sitz des Senders in Dubai, Nabil al-Chatib, riefen die beiden Verschleppten auf Deutsch: "Bitte helft mir" und "Bitte helft uns und erfüllt ihre Forderungen." Den Angaben zufolge liest ein Entführer mehrere Koranverse vom Blatt ab und sagt dann: "Wir werden Gottes Urteil an diesen beiden Geiseln vollstrecken, wenn unsere Bedingungen von der deutschen Regierung nicht vollständig erfüllt werden."

Das gestern Abend gesendete Video sei für die deutsche Regierung die "letzte Chance", die Forderungen für eine Freilassung ihrer Geiseln zu erfüllen, erklärten die Geiselnehmer weiter. Allerdings sollen sie darauf verzichtet haben, ein erneutes Ultimatium zu stellen. Die beiden Deutschen sitzen gefesselt auf dem Boden. Wie die Häftlinge in dem US-Lager Guantanamo trugen sie orangefarbene Hemden. Hinter ihnen stehen die schwarzvermummten, bewaffneten Entführer, von denen einer eine Erklärung verliest. Der Ton des Videobandes war bei al-Arabija nicht zu hören.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bezeichnete den Film gestern Abend als "schockierendes Zeugnis menschlicher Erniedrigung". Die Bundesregierung sucht jedoch fieberhaft nach einem Kontakt zu den Entführern. Laut dem Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, zeige die neue Videobotschaft der Entführer immerhin: "Die beiden leben noch." Erler sagte weiter, die neue Botschaft sei das erste Lebenszeichen von Bräunlich und Nitzschke seit vielen Tagen. "Das motiviert noch mehr, alles zu tun, um wenigstens in Kontakt mit den Entführern zu kommen." Bisher sei noch keiner zu Stande gekommen.

Die Kontaktaufnahme sei das Hauptziel des Krisenstabes. Dass die Entführer keine neuen Fristen nennen, sei "vielleicht ein Ansatz, dass man doch noch die Möglichkeit hat, einen Kontakt herzustellen", sagte der SPD-Politiker.

Das neue Video könnte wertvolle Erkenntnisse über die Entführer enthalten, sagte CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz. Ebenso wie die Bundesregierung lehnte es Polenz ab, auf die Forderung der Geiselnehmer nach Schließung der deutschen Botschaft in Bagdad einzugehen.

"Ein gutes Signal"

In Leipzig äußerte der Pfarrer an der Nikolaikirche, Christian Führer, Zuversicht. "Wenn die Forderungen erneuert werden, ist das für mich auch ein gutes Signal, dass sie dann diejenigen brauchen, die mit ihnen über diese Forderungen sprechen", sagte der Geistliche. "Und wenn man miteinander spricht, dann besteht auch Hoffnung, dass diese Verhandlungen zu einem guten Ende führen." Der Chef der beiden Entführten bei der Cryotec Anlagenbau, Peter Bienert, nannte die Videobotschaft eine freudige Nachricht. Sie zeige, dass bei den Entführern eine gewisse Toleranzbreite da sei.

Die Lebensgefährtin von Bräunlich nannte das Video einen Schock, aber auch ein Zeichen, dass Bräunlich und Nitzschke noch leben.

lan/AP/dpa

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