Irak: Entführer fordern Proteste der Italiener gegen Irak-Einsatz - DER SPIEGEL
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Irak Entführer fordern Proteste der Italiener gegen Irak-Einsatz

Die Forderung ist an Zynismus kaum zu überbieten: Die Entführer der im Irak verschleppten Italiener verlangen von deren Landsleuten Proteste gegen die Truppenpräsenz des Landes in dem Golfstaat. Sollte es innerhalb von fünf Tagen nicht zu Demonstrationen in Italien kommen, wollen die Islamisten alle Geiseln umbringen.
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Dubai - "Eine Gruppe, die sich selbst Grüne Brigade nennt, hat angekündigt, die Geiseln freizulassen, wenn in Italien Demonstrationen gegen die Irak-Politik der Regierung organisiert werden", berichtete der arabische Fernsehsender "al-Arabija" heute.

Der TV-Sender strahlte ein Video-Band aus, das nach Senderangaben die drei italienischen Geiseln beim Essen zeigte. "Die Gruppe gab den Italienern fünf Tage Zeit, um die Protestkundgebungen abzuhalten, andernfalls will sie die Geiseln töten", hieß es in dem Bericht weiter.

Aufständische hatten Mitte des Monats vier Italiener im Irak entführt und den Abzug der italienischen Truppen gefordert. Bereits vor zwei Wochen hatten die Kidnapper die Geisel Fabrizio Quattrocchi mit einem Genickschuss umgebracht. Seitdem versucht die Regierung in Rom vergeblich, die Überlebenden durch Verhandlungen frei zu bekommen. Die vier Italiener arbeiteten im Irak für eine private Sicherheitsfirma.

Auch der staatliche italienische Sender RAI zeigte das Video. Die "grünen Brigaden" hatten bereits zuvor den Abzug der fast 3000 italienischen Soldaten aus dem Irak verlangt. Ministerpräsident Silvio Berlusconi lehnt einen Abzug aber ab. Die Mehrheit der Italiener war strikt gegen den Irakkrieg.

Al-Qaida bekennt sich zu Anschlag auf Ölterminal

Unterdessen hat sich al-Qaida auf einer islamistischen Website zu den drei Selbstmordanschlägen auf die wichtigste irakische Ölverladestation in Basra bekannt. "Wir haben gute Kunde für euch ... Eure Brüder haben mit ihren Booten die Tanker in Mina al-Amik und Mina al-Bakr angegriffen", hieß es auf einer anscheinend vom ranghohen al-Qaida-Mitglied Abu Mussab al-Sarkawi stammenden Stellungnahme auf der Website Muntada al-Ansar. Die Stellungnahme war mit Sarkawis Name unterzeichnet. Ob sie authentisch war, ließ sich zunächst nicht klären. Auf der Website waren zuvor mehrere Stellungnahmen von al-Qaida veröffentlicht worden.

Die Gruppe des Muslim-Extremisten Osama Bin Laden hatte erst Amfang des Monats mit weiteren Anschlägen im Irak gedroht. Am Samstagabend waren drei mit Sprengstoff beladene Boote in der Nähe des zehn Kilometer vor der Küste liegenden Terminals explodiert. Die Verladestation wurde bereits am Sonntagabend wieder geöffnet.

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