Irak Entführer von Giuliana Sgrena gefasst
Bagdad - Mohammed al-Ubejdi, auch bekannt als Abu Ajman, sei bereits am 7. März im Südirak gefasst worden, erklärten die amerikanischen Streitkräfte. DNA-Tests hätten die Identität des Verdächtigen bestätigt. Ubeidi soll die Gruppe "Geheimes Islamisches Heer" in der Provinz Babil südlich von Bagdad angeführt haben.
Ihm werden enge Kontakte zum jordanischen Terroristen Abu Mussab al-Sarkawi nachgesagt, dem Führer der al-Qaida im Irak. In der US-Stellungnahme hieß es, Ubeidi sei der Drahtzieher der Entführung der Journalistin im vergangenen Jahr.
Die Journalistin Sgrena, die für die italienische Zeitung "Il Manifesto" und die deutsche Wochenzeitung "Die Zeit" arbeitete, war am 4. Februar 2005 verschleppt worden. Die Geiselnehmer hatten von der italienischen Regierung einen Abzug ihrer Truppen aus dem Irak gefordert. Vier Wochen nach ihrer Verschleppung kam Sgrena am 5. März unter dramatischen Umständen frei. Auf dem Weg zum Bagdader Flughafen eröffneten amerikanische Soldaten das Feuer auf den Wagen, in dem Sgrena saß. Der italienische Geheimdienstagent Nicola Calipari wurde getötet, die Journalistin erlitt Verletzungen.
Die US-Streitkräfte erklärten weiter, Obeidi sei auch für versuchte Attentate auf irakische Regierungsvertreter und weitere Entführungen verantwortlich.
Der irakische Innenminister Bajan Dschabor hat Sarkawi als mittlerweile derart geschwächt bezeichnet, dass er im Land keinen ernsthaften Schaden mehr anrichten könne. Dieser Auffassung widersprechen allerdings westliche Geheimdienstvertreter.
ler/AP/Reuters