Irak Erste Geiseln freigelassen
In Bagdad teilte der Ratsvertreter Mohsen Abdel Hamid mit, die Entführer hätten zwölf der Geiseln freigelassen, nachdem die einflussreiche Vereinigung der muslimischen Geistlichen im Irak ein Dekret erlassen hatte, in dem die Geiselnahmen verurteilt wurden. Vertreter der Vereinigung seien zudem in die Verhandlungen zur Lösung der Geisel-Affäre eingeschaltet, hieß es weiter.
Zwei US-Soldaten und sieben Mitarbeiter der US-Firma Kellog Brown & Root (KBR), einer Tochter des Halliburton-Konzerns, wurden indes vermutlich entführt oder getötet. Der Kommandeur der US-Truppen im Irak, General Ricardo Sanchez, sagte in Bagdad in einer Video-Pressekonferenz mit Journalisten in Washington, über den Verbleib der beiden Soldaten und der Zivilisten gebe es keine Informationen. Sie seien nach einem Angriff auf einen Konvoi in Abu Ghoreib, einer westlichen Vorstadt von Bagdad, verschwunden.
Bis zum frühen Nachmittag war das Schicksal der drei japanischen Geiseln, die von den Geiselnehmern mit dem Tod bedroht wurden, allerdings noch immer unklar. Die Entführer hatten ultimativ verlangt, Japan müsse seine Truppen aus dem Irak abziehen, sonst würden die Geiseln getötet.
Ein Sprecher des Komitees Islamischer Geistlicher sprach von neun freigelassenen Ausländern verschiedener Nationalität, darunter Türken und Pakistaner. "Wir glauben, dass neun in der vergangenen Nacht oder heute freigelassen wurden", sagte Sprecher Muthanna Harith. Über die drei entführten Japaner wisse er nichts.
Der Fernsehsender al-Dschasira hatte zuvor ein Video ausgestrahlt, in dem acht der Entführten zu sehen waren. Dabei handelte es sich um drei Pakistaner, zwei Türken und jeweils eine Person aus Nepal, Indien und den Philippinen. Die Nationalität des Neunten war zunächst nicht bekannt. Auf dem Video verlas einer der Entführer eine Erklärung, in der er den acht vorwarf, sie hätten als Lkw-Fahrer für die Besatzungstruppen gearbeitet. Es wurden keine Angaben darüber gemacht, wo und von wem die acht verschleppt wurden.