Irak Erster US-Luftangriff seit Kriegsende
Bagdad - Das Zentralkommando der US-Streitkräfte teilte mit, Kampfjets hätten ein Ziel rund 150 Kilometer nördlich von Bagdad angegriffen. Dabei habe es sich um ein "Ausbildungscamp für Terroristen" gehandelt.
Die Luftangriffe werden als Reaktion der Siegermächte auf einen zunehmenden irakischen Widerstand gesehen. Im Westirak wurde am Donnerstag ein US-Kampfhubschrauber vom Typ Apache abgeschossen, und ein F-16-Kampfflugzeug stürzte aus bislang ungeklärter Ursache ab. Die Besatzungen beider Maschinen überlebten unverletzt.
Gleichzeitig setzten die US-Streitkräfte eine Militäraktion mit mehr als 4000 Soldaten gegen mutmaßliche Urheber von Anschlägen fort und töteten nach eigenen Angaben zehn bis 15 Iraker. Die Verdächtigen wurden bei einer Razzia in der Stadt Duluiyah 70 Kilometer nördlich von Bagdad getötet. Dies teilte Feldwebel Forest Geary mit. Vier Amerikaner seien verwundet worden.
400 Iraker sind bei der Razzia festgenommen worden. Ein Sprecher des US-Zentralkommandos teilte mit, die Gefangenen würden von Ermittlern verhört. Die US-Streitkräfte erhoffen sich Informationen über den Verbleib von Topfunktionären des Regimes Saddam Husseins. Wer ungefährlich erscheine, werde entlassen, sagte Leutnant Ryan Fitzgerald. Die Großfahndung hatte am Dienstag begonnen.
Spanien will die Truppen der geplanten polnische Besatzungszone in Irak mit 1100 Soldaten unterstützen. Das kündigte der polnische Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski am Donnerstag am Rande eines Treffens der Nato-Ressortchefs in Brüssel an. Die multinationale Truppe mit insgesamt 8000 Soldaten soll vom polnischen General Andrzej Tyszkiewicz befehligt werden, zusammen mit einem Stellvertreter aus Spanien und der Ukraine.