Irak: Fahneneid und weitere Tote - DER SPIEGEL
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Irak Fahneneid und weitere Tote

Das doppelte Gesicht des Irak - während der US-Verwalter Paul Bremer das erste, neu gebildete Bataillon irakischer Soldaten besuchte, geht der Krieg in den Städten weiter. In Bagdad wurde ein Einheimischer von US-Soldaten getötet, bei einem Anschlag wiederum kam ein GI ums Leben.
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Berlin - Damit sind seit dem 1. Mai, als US-Präsident George W. Bush die größeren Kriegshandlungen im Irak für beendet erklärte, 85 US-Soldaten bei Anschlägen und Angriffen ums Leben gekommen.

Der US-Soldat wurde in der Nacht zum Samstag im Süden von Bagdad bei einem Anschlag getötet. Ein weiterer US-Soldat sei verwundet worden, als unbekannte Täter mit Panzerfäusten und Schnellfeuerwaffen auf eine US-Patrouille schossen, bestätigte eine Sprecherin des US-Militärs in Bagdad.

Bei Auseinandersetzungen zwischen früheren irakischen Soldaten und US-Truppen wurde ebenfalls am Samstag in Bagdad ein Demonstrant getötet. 25 weitere Personen wurden nach irakischen Angaben verletzt, darunter zwei irakische Polizisten. Die Demonstranten forderten Arbeitsplätze und ausstehende Lohnzahlungen. Sie warfen Steine auf die US-Soldaten und setzten ein Auto in Brand. Die US-Truppen drängten die wütende Menge mit Warnschüssen zurück.

Irakische Truppen vereidigt

Unterdessen wurde das erste Bataillon der neuen, vom US-Militär geführten irakischen Armee am Samstag im Ausbildungslager Kirkusch (150 Kilometer nördlich von Bagdad) vereidigt. Die 700 Soldaten hätten eine neunwöchige Grundausbildung absolviert und würden an der Seite der 4. US-Infanteriedivision zur Sicherung der irakischen Staatsgrenze beitragen, teilte die US-Verwaltung in Bagdad mit. Ein Teil der neuen Soldaten bleibt in Kirkusch, um an der Ausbildung weiterer Bataillone der neuen irakischen Armee mitzuwirken.

Dem Fahneneid wohnten der US-Chefverwalter im Irak, Paul Bremer, sowie Mitglieder des provisorischen irakischen Regierungsrates bei. Das US-Militär hat bislang 3000 Mann für die neue irakische Armee rekrutiert, die die Grundausbildung in Kirkusch absolvieren sollen. Insgesamt plant die amerikanische Besatzungsmacht, in den kommenden zwei Jahren drei irakische Infanterie-Divisionen mit einer Mannstärke von ungefähr 40000 aufzustellen.

Die fast zehn Mal so starke irakische Armee des Saddam-Staates wurde von den Amerikanern im Mai aufgelöst. Deren Angehörige können sich, insofern sie unter 40 Jahre alt sind und keinen höheren Rang als den eines Oberstleutnants bekleideten, für die neue irakische Armee bewerben.