Irak: Italienische Geisel hingerichtet - DER SPIEGEL
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Irak Italienische Geisel hingerichtet

Die Entführer von vier Italienern im Irak haben eine ihrer Geiseln getötet. Der italienische Ministerpräsident Berlusconi bestätigte am frühen Donnerstagmorgen einen Bericht des arabischen Fernsehsenders al-Jazeera. Der Sender hatte gemeldet, er habe ein Videoband erhalten, auf dem die Hinrichtung zu sehen sei.
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Bagdad - Am Mittwochabend hatte Italiens Außenminister Frattini noch auf eine Falschmeldung gehofft: "Wir haben noch keine Bestätigung und hoffen noch immer darauf, dass die Meldung nicht der Wahrheit entspricht", sagte Frattini.

Al-Jazeera hatte berichtet, der Sender sei im Besitz von Filmaufnahmen der Tötung, werde diese Aufnahmen jedoch nicht ausstrahlen. Zusammen mit dem Videoband wurde dem Sender eine Erklärung einer vorher unbekannten Rebellen-Gruppe zugespielt, die sich selbst "Green Battalion" nennt.

Weiter heißt es in dem Text, den ein Nachrichtensprecher des Senders verlas, Berlusconi kümmere sich mehr um "seine Herren im Weißen Haus als um sein eigenes Volk". Von Berlusconi wird neben einem Truppenabzug eine Entschuldigung für "seine Beleidigungen des Islam" gefordert. Zudem wollen die Kidnapper die Freilassung aller inhaftierten Geistlichen in Irak erpressen.

Bei den Geiseln handelt es sich nach italienischen Angaben um Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste. Sie waren vor wenigen Tagen im Westirak verschwunden. Die Entführer nannten sich bisher "Mudschahedin-Brigaden".

Sie fordern den Abzug der italienischen Truppen aus dem Irak und begründeten auch die Hinrichtung der Geisel damit, dass der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi sich geweigert hatte den Abzug der Truppen zu verfügen.

Trotz der Entführung der vier Italiener hatte Berlusconi angekündigt, hart bleiben zu wollen. "Unsere Friedensmission im Irak steht nicht zur Debatte", sagte Berlusconi vor der tödlichen Eskalation. Man werde aber "alles tun, was in unserer Macht steht", um die Landsleute frei zu bekommen. Zeitungen in Rom berichteten, die Regierung denke auch an Zuwendungen in Form von Geld, Medikamenten und Lebensmittel. Außerdem wolle sich die Regierung in Iran um Hilfe bemühen.