Irak: Kommandoübergabe verzögert sich - DER SPIEGEL
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Irak Kommandoübergabe verzögert sich

Wegen Differenzen mit der US-Armee wurde die Schaffung eines neuen irakischen Generalstabs für die einheimischen Streitkräfte im letzten Augenblick verschoben.
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Bagdad/Washington - Es müssten noch einzelne Formulierungen über das Verhältnis zwischen dem bisherigen US-Generalstab und dem neuen irakischen Kommando geklärt werden, erklärte ein Sprecher der US-Armee. Der Generalstab soll den Oberbefehl über die 115.000 Soldaten der irakischen Infanterie, Marine und Luftwaffe erhalten.

Der irakische Ministerpräsident Nuri el-Maliki forderte eine größere Unabhängigkeit vom US-Militär. Die Iraker verlangten volle Kontrolle und Entscheidungsfreiheit über ihre Armee. Ein US-Militärsprecher sagte, es gebe keine ernsthaften Meinungsunterschiede. Die irakische Seite sei lediglich unzufrieden mit Formulierungen. "Es ist peinlich, aber es wurde entschieden, dass es besser sei, das Dokument nicht zu unterzeichnen", sagte der Sprecher.

Das US-Militär hatte die Kommandoübergabe als Meilenstein auf dem Weg zur Sicherung des Irak durch dessen eigene Truppen angekündigt. Die von den USA geführten internationalen Truppen bilden die im Aufbau befindliche irakische Armee mit dem Ziel aus, dass deren Soldaten die Sicherheitslage selbst in den Griff bekommen und damit den Abzug der ausländischen Soldaten ermöglichen.

Laut dem US-Verteidigungsministerium ist die Sicherheitslage im Irak derart prekär, dass sie in einen Bürgerkrieg abgleiten könnte. Einem am Freitag veröffentlichten Bericht zufolge ist die Zahl der Anschläge in dem Golfstaat in den vergangenen drei Monaten um rund ein Viertel auf knapp 800 pro Woche gestiegen. Die Zahl irakischer Gewaltopfer habe sich sogar um mehr als die Hälfte auf fast 120 pro Tag erhöht.

jaf/AFP/rtr