Irak-Konflikt Zypern wird zur Angriffsbasis
Nikosia/Athen/London - Nach Angaben des zyprischen Regierungssprechers Michalis Papapetrou sollen die beiden britischen Stützpunkte auf der Inselfür die logistische Unterstützung eines möglichen Angriffs auf den Irak eingesetzt werden. "Die zyprische Regierung wurde bereits informiert und hat dem zugestimmt", sagte Papapetrou im Fernsehen.
Nach Berichten des zyprischen Rundfunks sind bereits auf dem Flughafen des Stützpunktes Akrotiri nahe der Hafenstadt Limasol mehrere schwere britische Transportmaschinen gelandet, die zusätzliches Personal, Munition und Hubschrauber brachten.
Wie die griechische Presse am Freitag berichtete, liegt der amerikanische Flugzeugträger "Harry S. Truman" in der Bucht von Souda auf Kreta. Der Stützpunkt ist der größte im östlichen Mittelmeer und gilt als letzter Stopp vor einer möglichen Reise durch den Suez-Kanal zum Roten Meer. Rund um die Bucht von Souda seien die Sicherheitsmaßnahmen der griechischen Kriegsmarine und der US-Marine verstärkt worden, hieß es.
Britische Botschafter erörtern Irak-Konflikt
Das britische Außenministerium hat zum Wochenbeginn seine Botschafter aus aller Welt zur Erörterung des Irak-Konflikts und anderer Themen nach London gerufen. Eine solche Konferenz habe es vorher noch nie gegeben, bestätigte ein Sprecher des Ministeriums. Das Treffen der rund 200 Diplomaten am 6. und 7. Januar sei schon seit längerer Zeit geplant worden; es sei keine Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen im Irak-Konflikt. Bei den Diskussionen gehe es auch um eine Modernisierung des diplomatischen Dienstes.
Nach Informationen der Tageszeitung "Guardian" haben viele britische Botschafter starke Bedenken gegen den harten Irak-Kurs von US-Präsident George W. Bush. Sie verträten die Ansicht, dass damit in der arabisch-muslimischen Welt nur noch größerer Hass auf den Westen geschürt werde. Viele Botschafter seien außerdem überzeugt, dass das islamische Terrornetz al-Qaida eine größere Gefahr darstelle als der irakische Präsident Saddam Hussein, berichtete die Zeitung.