Irak-Krieg: Eine Männerfreundschaft bekommt Risse - DER SPIEGEL
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Irak-Krieg Eine Männerfreundschaft bekommt Risse

Ein Keil schiebt sich zwischen den britischen Premier Tony Blair und den US-Präsidenten George W. Bush: Das rücksichtslose Vorgehen der Amerikaner gegen irakische Zivilisten, die diplomatischen Angriffe gegen Syrien und Iran erzürnen die britische Regierung. Dies sei nicht der Weg, die Herzen der arabischen Welt zu erobern.
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London - Es gebe haarfeine Risse in der Beziehung, zitierte "The Times" am Mittwoch einen Schlüssel-Berater des britischen Premierministers Tony Blair. Die Differenzen seien sowohl militärischer als auch politischer Natur.

So seien die Briten entsetzt über Vorfälle, bei denen US-Soldaten irakische Zivilisten erschossen hätten - so etwa gestern als an einem Checkpoint Frauen und Kinder erschossen wurden. Solche Vorfälle, heißt es, erschwerten die Bemühungen, die Herzen der Iraker zu erreichen. Auf die Frage, ob dies die irakische Bevölkerung gegen die Alliierten aufbringe, habe der britische Militärsprecher Chris Vernon geantwortet: "Das ist in der Tat der Fall." Um sich von den aggressiven amerikanischen Checkpoint-Kontrollen abzusetzen, hätten die britischen Royal Marines in vier südirakischen Städten ihre Helme gegen Mützen ausgewechselt. Die Amerikaner vermummen sich dagegen weiterhin immer mit Helm, Schutzbrille und Halstuch.

Britische Quellen berichten in der "Times", dass sie ihre Erfahrungen im Umgang mit der Zivilbevölkerung in langen Jahren in Nordirland gewonnen hätten. "Es gibt keinen Zweifel, dass diese Erfahrungen, und auch die aus den Friedensmissionen in Bosnien, Kosovo und Sierra Leone, den Briten die Kunst der Beherrschung beigebracht haben." Aus dem Pentagon heiße es dagegen, jeder Iraker werde nach dem Selbstmordatentat vom Wochenende als Gegner angesehen, bis er das Gegenteil bewiesen habe.

Belastet worden sei das Verhältnis auch durch mehrere Zwischenfälle, bei denen britische Soldaten versehentlich von Amerikanern unter Feuer genommen worden waren. Daneben verträten die Regierungen in Washington und London unterschiedliche Positionen hinsichtlich der Behandlung von Kriegsgefangenen, der Uno-Rolle im Nachkriegs-Irak und des Nahost-Friedensprozesses.

Wenn US-Präsident George W. Bush seine Versprechungen zur Veröffentlichung eines "Fahrplans" für den Friedensprozess nicht einhalten sollte, wäre dies ein ernsthafter Bruch, der die Dinge in Zukunft verändern würde, zitierte die Zeitung den namentlich nicht genannten Berater Blairs.

Entzweit sind die beiden Regierungen auch über Drohungen von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gegen Iran und Syrien, berichtete die "Times". Der britische Außenminister Jack Straw hat in der BBC einen Angriff seines Landes auf Syrien oder Iran nach Ende des Golfkriegs ausgeschlossen. Großbritannien jedenfalls werde sich keinesfalls daran beteiligen. Auch Straw warnte aber Syrien vor einer Unterstützung des Irak.

Der britische Minister reagierte damit auf verschiedene Äußerungen amerikanischer Politiker, die den Eindruck erweckt hatten, sie wollten sich nach einem Sieg über den Irak als nächstes Syrien und Iran vornehmen. Rumsfeld hatte die Regierung in Damaskus ausdrücklich davor gewarnt, den Irak mit militärischer Ausrüstung zu unterstützen. Iran wurde von US-Präsident George W. Bush schon vor geraumer Zeit gemeinsam mit dem Irak und Nordkorea auf einer "Achse des Bösen" platziert.

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