Irak: Kurden wollen den Präsidenten stellen - DER SPIEGEL
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Irak Kurden wollen den Präsidenten stellen

Nach der Nominierung des Schiiten Ibrahim al Dschaafari als künftiger irakischer Ministerpräsident geht der Machtkampf um Führungsposten munter weiter. Besonders die Besetzung des Präsidentenamtes ist umstritten. Vor allem die Kurden erheben Anspruch auf diesen Posten.
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Bagdad/Kairo - Für Postengeschacher und Verhandlungen hinter den Kulissen ist kein Zeitplan vorgeschrieben. Beobachter rechnen nun mit langen Verzögerungen, bevor eine neue Regierung vereidigt werden kann.

Die Kurdenparteien möchten den Vorsitzenden der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), Dschalal Talabani, als Präsidenten sehen. Zudem erklärte der derzeitige Regierungschef Ijad Alawi, er habe seinen Anspruch auf eine weitere Amtszeit noch nicht aufgegeben und suche nach einer breiten Koalition von Verbündeten.

In Bagdad wird spekuliert, dass Talabani auf das Amt verzichten könnte, wenn die schiitische Parlamentsmehrheit dafür auf andere kurdische Forderungen wie die Eingliederung der Öl-Stadt Kirkuk in die kurdische Autonomieregion eingehen sollte.

Talabanis Parteifreund, Außenminister Hoschiar Sebari, sagte der arabischen Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat": "Der Posten ist für uns nicht so bedeutend wie das, was wir für das kurdische Volk erreichen wollen, nämlich einen demokratischen, föderalen, vereinten Irak, und dazu gehört auch eine vernünftige Lösung des Kirkuk-Problems."

Der scheidende Übergangspräsident, Scheich Ghasi al-Jawar, sagte, viele Sunniten bereuten inzwischen, dass sie die Wahlen am 30. Januar boykottiert hatten. "Das war eine Lektion, die keiner vergessen wird", erklärte er der irakischen Zeitung "Al-Sabah Al-Jadid".

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