Irak Mit USA verbündeter Scheich ermordet
Bagdad - Der sunnitische Stammesführer Scheich Osama al Dschadaan, ein enger Verbündeter der USA im Kampf gegen den Terror im Irak, ist am Sonntag Opfer eines Anschlags geworden. Er sei im Bagdader Viertel Mansur von zahlreichen Kugeln tödlich ebenso wie sein Fahrer und ein Leibwächter getroffen worden, berichtete die Polizei. Al Dschadaan hatte bei der Suche nach Al-Qaida-Kämpfern und ausländischen Extremisten im Westen des Iraks mit den US-Truppen und der irakischen Regierung zusammengearbeitet.
In Bagdad wuchs nach Überfällen auf Alkoholläden, Friseure und Männer in kurzen Hosen weiter die Angst vor religiös motivierter Gewalt. Ein tödlicher Angriff auf drei Tennisspieler in kurzen Hosen stehe offenbar in Zusammenhang mit einer Aufforderung islamischer Extremisten an die Bevölkerung, keine Shorts zu tragen, teilte der irakische Tennisverband am Samstag in Bagdad mit. Bewaffnete Männer hätten den Trainer und zwei seiner Schüler am Mittwoch erschossen. Eine Woche vor der Bluttat hatten Extremisten Flugblätter verteilt, auf denen sie vor dem Tragen von Shorts warnten.
Italien wird nach Angaben von Außenminister Massimo D'Alema im kommenden Monat seine Truppen im Irak von 2.700 auf 1.600 Mann reduzieren. Einen entsprechenden Plan hatte bereits die Vorgängerregierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi ausgearbeitet. Daran werde sich das neue Kabinett halten, sagte D'Alema am Freitag im Fernsehsender RAI. An den Plänen für einen kompletten Abzug werde noch gearbeitet, sie würden aber geheim gehalten.
cai/ap