Irak-Offensive US-Armee startet Operation Tiger
Bagdad - Die Offensive der US-Armee wurde im Westen des Landes gestartet. Wie das amerikanische Militär mitteilte, nehmen an der Operation "Tiger" in der Nähe von Ramadi 550 amerikanische und irakische Soldaten teil. Es ist bereits die vierte derartige Operation, mit der die Infrastruktur der Aufständischen im Vorfeld der für den 15. Dezember geplanten Parlamentswahlen zerschlagen werden soll.
Während im Westirak die Offensive begann, wurden in Balad, 80 Kilometer nördlich von Bagdad, drei irakische Soldaten bei einem Anschlag erschossen. In einem Vorort von Bagdad wurden bei einem Autobombenanschlag, der sich nach ersten Erkenntnissen gegen einen Wagen mit ausländischen Vertragsarbeitern der US-Armee richtete, drei Iraker verletzt.
Bei einem Anschlag auf eine Streife des US-Militärs in Bagdad sind dem irakischen Innenministerium zufolge vier Zivilisten ums Leben gekommen. Vier weitere Passanten seien verletzt worden, teilte die Behörde mit. Die Soldaten dagegen seien nicht zu Schaden gekommen. Die Autobombe explodierte an einer belebten Kreuzung im Westen der Stadt, als eine US-Patrouille vorbeifuhr. Nach unbestätigten Polizeiangaben wurde die Tat von einem Selbstmordattentäter verübt.
Die Zahl der Autobomben-Anschläge und Selbstmordattentate im Irak hat in der vergangenen Woche zugenommen. Dabei starben mehr als 200 Menschen, darunter vor allem Zivilisten. Viele Anschläge der meist sunnitischen Aufständischen richteten sich gegen die schiitische Mehrheit.
Bewaffnete Gruppen angeblich gesprächsbereit
Mehrere bewaffnete Gruppen haben nach Angaben der irakischen Regierung ein Gesprächsangebot von Präsident Dschalal Talabani angenommen. "Wir haben Anrufen von Menschen bekommen, die sagten, sie gehören zu einer bewaffneten Gruppen", sagte der Chef des irakischen Sicherheitsrats, Wafik al-Samarrai. "Sie sagten, sie wollten am politischen Prozess teilnehmen." Die Anrufe seien aus den Sunnitengebieten nördlich und westlich von Bagdad gekommen. Es handle sich um Islamisten und Anhänger des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein. Ausländer seien nicht unter den Anrufern gewesen.
Der irakische Präsident werde den Standpunkt der gesprächsbereiten Kämpfer anhören. Diese müssten aber zunächst ihren Kampf aufgeben. Talabani hatte am vergangenen Wochenende bei der Arabischen Liga in Kairo gesagt, er sei auch zu Gesprächen mit den Widerstandskämpfern im Irak bereit. Der irakische Zweig des Terrornetzwerks al-Qaida wies das Gesprächsangebot bereits schroff zurück.