Irak: Rebellen lassen britische Geisel frei - DER SPIEGEL
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Irak Rebellen lassen britische Geisel frei

Die Entführer des britischen Journalisten James Brandon haben ihre Geisel freigelassen. Der radikale Schiiten-Prediger al-Sadr hatte sich für ein Ende der Entführung stark gemacht. Gleichzeitig verhandeln Vertreter al-Sadrs in der Pilgerstadt Nadschaf mit der irakischen Regierung darüber, die Kämpfe einzustellen.
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Basra/Nadschaf - Der britische Journalist, der für den "Sunday Telegraph" schreibt, wurde am Nachmittag auf freien Fuß gesetzt. James Brandon wurde ins Büro Muktada al-Sadrs in Basra gebracht. Er bedankte sich bei den Mehdi-Milizen für seine Befreiung und erklärte, er sei bei guter Gesundheit. Brandon, der ein blaues Auge hat, sagte, dass er zunächst von seinen Entführern ziemlich ruppig behandelt worden sei. Dann hätten sich die Männer aber beruhigt.

Seine Freilassung war bereits per Video angekündigt worden. Auf dem Band war der Brite mit seinen Entführern zu sehen gewesen. Die Wende im Geiseldrama kam laut dem Band aufgrund einer "persönlichen Vermittlung" von al-Sadr zustande. Wie sich der schiitische Geistliche eingesetzt hat, blieb jedoch bisher offen. Eine Stimme hatte angekündigt, dass der Journalist in Basra übergeben werden würde.

In der vergangenen Nacht war der 23-jährige Reporter aus seinem Hotel in Basra entführt worden. Seine Entführer drohten mit seinem Tod, wenn sich die USA nicht umgehend aus der heiligen Stadt Nadschaf zurückziehen würden, wo sich US-Soldaten seit Tagen erbitterte Feuergefechte mit den Anhängern des Rebellen al-Sadr liefern.

Al-Sadr nennt seine Bedingungen

In Nadschaf schweigen derzeit die Waffen. Erstmals gibt es Verhandlungen über ein Ende der Kämpfe dort. Und offenbar ist eine Lösung in Sicht: Nach Informationen eines ZDF-Korrespondenten hat die Übergangsregierung in Bagdad dem militanten Prediger freies Geleit nach Kuwait oder in die Kurdengebiete im Nordirak angeboten. Al-Sadr habe im Gegenzug eine Entmilitarisierung des Zentrums der umkämpften Stadt Nadschaf in Aussicht gestellt.

Moktada al-Sadr hatte zuvor erklärt, er sei bereit, Nadschaf zu verlassen, wenn auch die US-Armee abziehe und die religiösen Anführer des Landes sich darauf einigten, die Überwachung der den Schiiten heiligen Stätten in Nadschaf zu übernehmen.

Der Prediger forderte außerdem die Freilassung seiner gefangen genommenen Kämpfer und einen Straferlass für seine Anhänger, die in den vergangenen Tagen in Nadschaf und anderen irakischen Städten gegen die US-geführten Truppen gekämpft haben. Am Morgen hatten al-Sadrs Anhänger über Verletzungen des jungen Prediger berichtet. Er sei während eines US-Bombenangriffs verwundet worden, aber nicht lebensgefährlich. Der Prediger, der als der Kopf des bewaffneten Schiiten-Widerstands im südlichen Irak gilt, soll in der Nähe der Imam-Ali-Moschee von Granatsplittern in der Brust und am Bein getroffen worden, teilte sein Berater Haider al-Tusi mit. Moktada al-Sadr sei daraufhin an einen unbekannten Ort gebracht worden.

Die Kämpfe in Nadschaf waren am 5. August neu aufgeflammt. Begonnen hatte der Aufstand der radikalen Schiiten Anfang April.

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