Irak: Saddam boykottiert Prozess - DER SPIEGEL
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Irak Saddam boykottiert Prozess

Der frühere irakische Diktator Saddam Hussein weigert sich, erneut vor Gericht zu erscheinen. Er beklagt sich vor allem über seine schlechten Haftbedingungen. Die Richter setzten die Verhandlung zunächst ohne ihn fort - und vertagten sie anschließend.
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Bagdad - Das Verfahren gegen den früheren irakischen Machthaber sei auf den 21. Dezember vertagt worden, berichtete der Korrespondent des US-Nachrichtensender CNN aus dem Gerichtsgebäude in Bagdad.

Am späten Vormittag war der Prozess für einige Zeit unterbrochen worden, ehe die Richter entschieden, das Verfahren zunächst ohne den gestürzten Machthaber fortzusetzen. Saddam Hussein hatte sich gestern erneut über die Haftbedingungen beklagt und angekündigt, den Prozess zu boykottieren. "Ich werde mich diesem ungerechten Tribunal nicht stellen! Fahrt zur Hölle!", hatte er gerufen. Zur Begründung sagte Saddam, er habe nach zwei Verhandlungstagen nichts Ordentliches mehr zum Anziehen. Zudem dürfe er weder rauchen noch umherlaufen.

Der Ex-Präsident und sieben seiner früheren Getreuen müssen sich derzeit wegen des Massakers an 148 Bewohnern eines Schiitendorfes verantworten. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe. Seit Montag berichten Zeugen über Einzelheiten des Massakers.

Unterdessen versammelten sich in Bagdad Tausende von Anhängern des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr zu einer Demonstration gegen Saddam Hussein. Unter dem Eindruck der Zeugenaussagen forderten sie seine sofortige Hinrichtung.