Irak: Saddam-Verteidiger erschossen - DER SPIEGEL
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Irak Saddam-Verteidiger erschossen

Im Irak ist erneut ein Beteiligter des Prozesses gegen Ex-Diktator Saddam Hussein erschossen worden. Laut Polizeiangaben wurde einer seiner Verteidiger getötet, ein weiterer Anwalt wurde verletzt.
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Bagdad - Den Angaben zufolge eröffneten Unbekannte heute in Bagdad das Feuer auf ein Auto, in dem die beiden Juristen saßen. Sie vertraten in dem Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit den Bruder Saddams, Barsan al-Tikriti, sowie den früheren Vize-Präsidenten des Irak, Taha Jassin Ramadan, wie aus Justizkreisen verlautete. Bereits einen Tag nach Prozessbeginn im vergangenen Monat war ein Anwalt des Verteidigerteams in Bagdad erschossen worden.

Der Prozess gegen den früheren irakischen Präsidenten, Saddam Hussein, und sieben weitere Angeklagte hatte am 19. Oktober begonnen und ist derzeit ausgesetzt. Er soll am 28. November wieder aufgenommen werden. Aus Angst um ihr Leben hatten am Montag Anwälte aus dem Verteidigerteam vorgeschlagen, den Prozess ins Ausland zu verlegen.

Derweil haben die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben im Irak sechs mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerks al-Qaida gefasst. Bei einer Razzia in der Nähe der sunnitischen Stadt Ramadi westlich von Bagdad seien sechs Terroristen gefangen genommen und zwei weitere erschossen worden, teilte die US-Armee in Bagdad mit. Den Angaben zufolge erhielt die Armee einen Tipp aus der Bevölkerung, wonach das gestürmte Haus ein regionales "Zentrum für die Planung von Angriffen auf irakische Sicherheitskräfte und die internationalen Truppen" sei.

Die Vereinigten Staaten wollen ab Mitte kommenden Jahres einen Teil ihrer Truppe im Irak ablösen und bis 2008 insgesamt 92.000 neue Soldaten in das Land schicken. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, wenn im Irak Soldaten abgelöst würden, lasse das keinen Schluss auf die künftige Truppenstärke zu. "Dieser turnusmäßige Wechsel wird der Koalition dabei helfen, ihre Verpflichtung gegenüber der irakischen Bevölkerung aufrechtzuerhalten." Außerdem würden die Kommandeure dadurch beweglicher, je nachdem, wie sich die Lage im Irak entwickele.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, die turnusmäßige Ablösung bedeute nicht automatisch, dass die US-Truppe im Irak verkleinert werde. Allerdings ändere sich die Lage dort insofern, als die irakischen Sicherheitskräfte mehr Verantwortung übernähmen. Derzeit sind etwa 160.000 US-Soldaten im Irak stationiert.

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