Irak: Saddams Vize gefasst - DER SPIEGEL
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Irak Saddams Vize gefasst

Einer der wichtigsten Vertreter des früheren Saddam-Regimes im Irak ist gefasst. Der langjährige Stellvertreter von Saddam Hussein, Ex-Vizepräsident Taha Jassin Ramadan al-Dschasrawi, wurde in der nordirakischen Stadt Mossul festgenommen.
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Bagdad - "Ich bin wirklich sehr erfreut, dass wir den Vize-Präsidenten gefasst haben", sagte US-Präsident George W. Bush in Crawford im US-Bundesstaat Texas. "Langsam aber sicher finden wir, wen wir finden müssen."

Ramadan wurde offiziellen Angaben zufolge in Mossul im Norden Iraks von kurdischen Verbündeten der USA gefangen genommen. In derselben Stadt hatte die US-Armee vor wenigen Wochen die beiden Söhne Saddams gestellt und in einem Gefecht getötet. Die USA gehen davon aus, dass Saddam sich ebenfalls in dem Gebiet versteckt hält, das zugleich das Zentrum des irakischen Widerstands gegen die US-Besatzung ist.

"(Ramadan) wurde in Mossul gefangen genommen als Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen den politischen Vertretern und den Bewohnern (der Stadt)", sagte ein Sprecher der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) der Nachrichtenagentur Reuters in Bagdad. Anders als die rund 170 Kilometer weiter südlich gelegene Heimatstadt Saddams, Tikrit, gehörte Mossul nicht zu den Hochburgen der Regierung Saddam. Die Bevölkerung der Stadt ist gemischt, unter ihnen leben zahlreiche Christen und Kurden - letztere gehören zu den engsten Verbündeten der USA und wurden von Saddam verfolgt.

Ramadan galt als einer der radikalsten Vertreter in Saddams Umgebung und hat während des britisch-amerikanischen Feldzuges gegen den Irak Selbstmordattentate gegen die US-Streitkräfte organisiert.

Er galt als Hardliner im Regime von Saddam Hussein und war lange Jahre dessen rechte Hand. Er steht an 20. Stelle der 55 meistgesuchten Iraker. Er war neben Saddam eines der am längsten amtierenden Mitglieder im Revolutionären Kommandorat, dem einstigen Machtzentrum. Ramadan war außerdem Kommandeur der Volksarmee.

Ihm werden mehrere Kriegsverbrechen zur Last gelegt. Dazu gehören unter anderem der Überfall auf Kuweit im Jahr 1990. Ramadan soll außerdem an der blutigen Niederschlagung der Schiiten-Aufstände im Jahr 1991 sowie am Giftgasangriff auf die kurdische Stadt Halabscha 1988 beteiligt gewesen sein.

Bei der Verfolgung der Kurden in den achtziger Jahren und der Schiiten im Süden des Landes nach dem Golfkrieg 1991 soll er Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben. Ramdaan soll sich als Beduine verkleidet haben. Er sei mit einem Hubschrauber in ein US-Gefängnis in Bagdad gebracht worden, berichtete der arabische TV-Sender al-Dschasira. Der ehemalige Vize-Präsident war die Nummer 20 auf der US-Liste der 55 meistgesuchten Mitglieder der ehemaligen irakischen Führung, von denen nach US-Angaben nun 38 gefasst oder getötet sind.

Nach Ramadans Verhaftung sind vom engsten Führungszirkel des früheren Regimes nur noch Saddam Hussein, dessen Cousin und langjähriger Innenminister Ali Hassan al-Madschid sowie der Stellvertreter im Revolutionären Kommandorat, Isset Ibrahim al-Duri, auf der Flucht. Unklar ist, ob Verteidigungsminister Sultan Haschim Ahmed, wie von seiner Familie angegeben, ums Leben gekommen ist.

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