Irak: Sadr will US-Truppen weiter bekämpfen - DER SPIEGEL
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Irak Sadr will US-Truppen weiter bekämpfen

Der radikale schiitische Geistliche Muktada al-Sadr will den Aufstand gegen die US-Truppen im Südirak fortsetzen. Seine Milizen würden bis zum letzten Blutstropfen kämpfen, kündigte er an.
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Nadschaf - "Der Widerstand wird weitergehen und von Tag zu Tag stärker werden", sagte al-Sadr bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe in der vergangenen Woche. Er äußerte sich in Nadschaf, wo heute bei Gefechten mindestens drei Menschen getötet und 19 verletzt wurden. Seine "Mahdi-Armee", wie sich die Milizen nennen, werde bis zum letzten Blutstropfen kämpfen, sagte al-Sadr in Nadschaf.

Er forderte den Übergangsregierungschef Ijad Alawi zu ernsthaften Schritten in Richtung Verhandlungen auf. Alawi hatte bei einem Besuch in Nadschaf gestern den Rückzug der Milizen verlangt.

Mit Blick auf die anhaltenden Kämpfe in Nadschaf warf der irakische Verteidigungsminister Hasem Schaalan Iran vor, die schiitischen Aufständischen zu unterstützen. Bei einigen von ihnen seien in Iran hergestellte Waffen gefunden worden, sagte Schaalan dem arabischen Fernsehsender al-Arabija. Er bezeichnete Iran als ersten Feind Iraks.

Auch die Geiselnehmer eines iranischen Diplomaten hatten Teheran laut einem Bericht von al-Arabija vom Sonntag davor gewarnt, sich in irakische Angelegenheiten einzumischen. Die iranische Regierung bestätigte heute die Entführung des Diplomaten Faridun Dschihani. Außenminister Kamal Charrasi erklärte laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA, er habe die irakische Regierung, Großbritannien und die amerikanische Interessenvertretung in Iran kontaktiert, um eine Freilassung des Diplomaten zu erreichen.

Nahe der Stadt Bakuba kamen bei einem Attentat mindestens sieben Polizisten ums Leben. Der Autobombenanschlag in der Ortschaft Balad Rus richtete sich offenbar gegen den stellvertretenden Gouverneur der Provinz Dijala. Die getöteten Polizisten waren zur Bewachung seines Hauses abgestellt, vor dem ein Selbstmordattentäter das Fahrzeug in die Luft sprengte, wie ein Polizeisprecher erklärte. Vizegouverneur Akil Jamid al-Adili, sein neunjähriger Sohn und 15 weitere Personen wurden bei dem Anschlag verletzt.

Bei Kämpfen in der Provinz Anbar westlich von Bagdad wurde unterdessen wieder ein US-Soldat getötet, wie die Streitkräfte mitteilten. In dieser Provinz liegen die Städte Falludscha, Ramadi und Kaim, Hochburgen des Widerstands gegen die Koalitionstruppen.

Über den mehrheitlich von Schiiten bewohnten Bagdader Vorort Sadr-Citiy verhängte die irakische Übergangsregierung heute eine Ausgangssperre. Grund seien die anhaltenden Kämpfe zwischen US-Truppen und Milizsoldaten, hieß es aus Kreisen des Innenministeriums. Demnach gilt die Ausgangssperre bis auf weiteres von 16 Uhr bis 8 Uhr.

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