Irak Serie von Explosionen in Bagdad
Bagdad - Augenzeugen sahen Rauchwolken im Bereich des Sitzes der US-Verwaltung aufsteigen. Sie berichteten von bis zu acht Detonationen. Die US-Streitkräfte teilten lediglich mit, eine Ermittlung sei im Gange. Zum Ort und zur Ursache der Explosionen wurde zunächst nichts bekannt. In der vergangenen Woche hatten Aufständische mehrfach mit Mörsern und Raketen auf das weitläufige Areal der US-Verwaltung im ehemaligen Präsidentenpalast am Westufer des Tigris geschossen. Bei einem dieser Zwischenfälle waren drei US-Soldaten verletzt worden.
Irakische Polizisten konnten zuvor offenbar einen geplanten Bombenanschlag vereiteln. Die Sicherheitskräfte hielten am Montagabend einen mit 450 Kilogramm Sprengstoff beladenen Krankenwagen auf. Das Fahrzeug, das für einen Anschlag präpariert war, erregte in einem belebten Viertel von Bagdad den Verdacht der Polizisten. Sie forderten den Fahrer auf anzuhalten, wie Polizeisprecher Hakim Rasak Kadim sagte. Daraufhin sei der Krankenwagen davongerast, allerdings mit einem anderen Fahrzeug zusammengestoßen. Die Insassen konnten fliehen.
In dem Krankenwagen wurden unter anderem vier Artilleriegranaten entdeckt. Ein Kabel führte vom vorderen in den hinteren Teil des Fahrzeugs, wie US-Oberst Kurt Fuller mitteilte. Wäre der Sprengstoff explodiert, hätte er nach Fullers Worten "einen entsetzlichen Schaden" angerichtet. Die Detonation hätte seinen Angaben zufolge ein ganzes Gebäude zerstören können. Ein anderer Sprecher des US-Streitkräfte erklärte, der Vorfall zeige, wie wichtig die Ortskenntnisse der irakischen Polizisten seien. "Ich bin mir nicht sicher, ob meine Fallschirmjäger bemerkt hätten, dass mit dem Krankenwagen etwas nicht stimmt", sagte Brigadegeneral Mark Hertling.