Irak Todesengel im Auftrag des Terrors?
Berlin - "Ich habe Beatmungsmaschinen abgestellt, den Strom in den Operationssälen abgestellt und Wunden wieder geöffnet", soll der Arzt Luay Omar Taie gestanden haben. Mindestens 35 irakische Soldaten und Polizisten soll er auf diese Weise getötet haben. Begründung: "Ich hasse die Amerikaner und das, was sie dem Irak angetan haben."
Die erschütternden Zitate sollen aus einem aufgezeichneten Geständnis des Arztes stammen. Einem Bericht der "Washington Post" zufolge ist ein solches Band am Sonntag vom kurdischen Fernsehen ausgestrahlt worden. Kurdische Sicherheitsdienste hätten den Bericht bestätigt.
"Wenn die Terroristen es nicht schafften, einen Polizisten oder Soldaten zu töten, erledigte er den Rest", zitierte der britische "Independent" bereits Mitte vergangener Woche Yadgar Shukir Abdullah Jaff, einen Polizeichef von Kirkuk. Der Arzt habe acht oder neun Monate lang sein Unwesen als Todesengel des Terrors getrieben. Angeblich sei er stets bereit gewesen, in der Notaufnahme zu arbeiten.
Verbindung zu Ansar al-Sunna
Der Arzt sei verhaftet worden, hieß es in dem Bericht weiter, nachdem der Anführer der Zelle, zu der er gehört habe, festgenommen worden sei und ausgepackt habe. Die "Washington Post" betonte allerdings, es sei nicht gesichert, dass das Geständnis nicht erzwungen worden ist.
In dem TV-"Geständnis" hatte Taie offenbar ausgesagt, er habe bis zu 100 US-Dollar für jeden getöteten Soldaten oder Polizisten erhalten. Unter seinen Opfern sei auch der Hilfspolizeichef von Kirkuk, General Ajman Abdullah, sowie dessen Bruder, ein Soldat, der nach einem Bombenanschlag mit einer Verwundung eingeliefert worden war.
Der Zelle, zu der Taie gehört haben soll, wird vorgeworfen, über 150 Menschen entführt und mindestens 18 von ihnen ermordet zu haben, berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf einen Nachrichtendienstmitarbeiter der Patriotischen Union Kurdistans, einer kurdischen Partei. Die Gruppe sein eine kriminelle Vereinigung, habe aber Verbindungen zu der Dschihadisten-Gruppe Ansar al-Sunna.
Yassin Musharbash