Irak Udai Hussein will sich angeblich stellen
Washington - Wie das "Wall Street Journal" berichtet, habe Udai Hussein bisher gezögert, sich den amerikanischen Truppen zu stellen, weil die US-Regierung harte Bedingungen stelle. Das Blatt beruft sich in seiner Internet-Ausgabe auf eine an den Verhandlungen beteiligte Person. Regierungsmitarbeiter in Washington hätten den Bericht nicht kommentieren wollen.
Udai Hussein halte sich derzeit in einem Vorort von Bagdad versteckt, berichtet die Zeitung weiter. Er versuche derzeit herauszufinden, wie die Anklage gegen ihn laute und wie die Bedingungen seiner Verhöre und seiner Gefangenschaft aussehen.
Bisher habe die US-Regierung den ehemaligen irakischen Regierungsmitgliedern, die sich bisher stellten, keinerlei Garantien bezüglich eventueller Strafverfolgung oder Gefängnisstrafen gegeben, heißt es in dem Bericht. Lediglich die Sicherheit von Familienmitgliedern sei durch die Ausreise aus dem Irak erhöht worden.
In den USA droht Kriegsverbrecher-Prozess
Auch Udai Hussein, den die US-Armee als Kriegsverbrecher sucht, solle keine Sonderstellung eingeräumt werden. Der älteste Sohn des irakischen Ex-Diktators war Oberbefehlshaber der "Fedajin Saddam". Die gefürchteten paramilitärischen Truppen, die den Alliierten heftige Kämpfe lieferten, mischten sich während des Irak-Kriegs zum Teil in Zivilkleidung unter die Bevölkerung.
Als Chef des irakischen Olympischen Komitees soll Udai außerdem für die Folterung erfolgloser Sportler verantwortlich gewesen sein. Er ist nach seinem Vater und seinem jüngeren Bruder Kussei die Nummer drei auf der alliierten Liste der meistgesuchten Iraker.
Angst vor Lynchjustiz
Nach Informationen des "Wall Street Journal" sucht Udai Hussein aus Angst vor der Rache seiner früheren Untertanen die Sicherheit eines US-Gefängnisses. Allerdings ändere er ständig seine Meinung darüber, ob er sich den Amerikanern stellen solle oder nicht. "Er hat die Wahl zwischen schlechten Alternativen", zitiert die Zeitung ihre Quelle.
Das "Wall Street Journal" meldet zudem unter Berufung auf den Verhandlungsbeteiligten, dass auch Saddam Hussein noch lebe und sich in Bagdad versteckt halte. Allerdings befinde sich der gestürzte Diktator in "fragwürdiger geistiger Verfassung".
"Niemand hat ein Angebot von Udai an mich herangetragen", reagierte General David McKiernan, Kommandeur der US-Bodentruppen im Irak, auf den Bericht. Das US-Militär tue zwar alles, um die Aufgabe ehemaliger Regimemitglieder zu "fördern". Es sei aber nicht willens, über Bedingungen zu verhandeln.